Informationen

Neuigkeiten


Veranstaltungen


Frage des Monats: Wie erkunden Sie die Kleinseenplatte?



Banner
Banner
Banner

Wettervorhersage



Gutshäuser

Gutshaus Boek
Boek liegt am südöstlichen Ufer der Müritz und verweist auf ein Stück interessanter Landesgeschichte in Mecklenburg. Das Gut wurde 1842 durch den Klosterstiftshauptmann von Dobbertin, Baron Peter von Le Fort erworben. Die Familie von Le Fort stammte ursprünglich aus Norditalien und wanderte über Genf nach Deutschland ein. Boek war in erster Linie ein sogenanntes Waldgut, zu dem vermutlich auch Boeker Mühle gehörte. Auf Boek verbrachte auch die bekannte Schriftstellerin Gertrud von Le Fort (1876-1971) einen Teil ihrer Kindheit. Bereits als junges Mädchen schrieb sie Gedichte und kleine Erzählungen und studierte später in Heidelberg, Berlin und Marburg Geschichte und Theologie. Getrud von Le Fort, die zum Katholizismus konvertierte, publizierte vor allem religiös angelegte Literatur, darunter "Das Schweißtuch der Veronika", "Der Kranz der Engel" oder das Revolutionsdrama "Die Letzte am Schaffott" (siehe Angebot im Shop). Le Fort, die stets streitbar ihre eigene Haltung vertrat - mitunter gegen Kirche und Staat - wurde unter den Nationalsozialisten zu einer unerwünschten Person. Getrud von Le Fort erhielt nach dem Krieg zahlreiche Auszeichnungen, u.a. das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Die vielbeachtete Schriftstellerin lebte später in der Schweiz und starb 1971 in Oberstdorf. Während Gertrud von Le Fort bis heute als eine achtbare Humanistin und vielgelesene Schriftstellerin gilt, erlangte Stephan Baron von Le Fort (1872-1954) traurige Berühmtheit im Zusammenhang mit dem Kapp-Putsch von 1920. Als Freikorpsunterstützer ließ Le Fort, der bei seinem Onkel auf Boek weilte, einen Arbeiterstreik in Waren/Müritz beschießen, wobei mehrere Menschen ums Leben kamen. Der Schriftsteller Uwe Johnson griff diese Geschichte im Bezug auf die Figur Heinrich Cresspahl in seinem Roman "Die Jahrestage" auf. Das Herrenhaus Boek ist ein langgestreckter heller Bau mit vereinfachten klassizistischen Gliederungen und einem Mittelgiebel. Das Haus ist sehr gepflegt und beherbergt heute ein Informationszentrum des Müritz-Nationalparks. Das Büro führt zugleich eine kleine Ausstellung über die Schriftstellerin Gertrud von Le Fort, und bietet zahlreiche kulturelle und touristische Veranstaltungen zum Naturschutz an.

Gutshaus in Brückentin
Im Jahre 1299 wurde der Ort mit dem Brückentinsee dem Kloster Himmelpfort verliehen. Das Gut hatte im Laufe der Zeit viele Besitzer. Letzter Besitzer bis 1941 war Albert Holz. Dann übernahm die SS-Organisation "Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung" die Besitzungen und ließ das Gut ausbauen. Seit 1942 wohnte hier Heinrich Himmlers Sekretärin und Geliebte Hedwig Potthast. Seit 1994 wird das Gut von einer Jugendnaturschutzakademie genutzt.

Gutshaus Comthurey
Der Ort erscheint Ende des 13. Jahrhunderts als Komturei des Johanniterordens. Dieser Orden konnte sich trotz Reformation bis 1718 in Comthurey halten. Seit 1793 war der Ort Domäne der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Letzter Besitzer bis 1939 war Theodor Regenbogen. Danach erwarb die SS-Organisation "Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung" die Besitzungen und ließ es 1941/42 durch Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück zu einem Versuchsgut ausbauen. Comthurey war bis 1945 Hauptwohnsitz des 1951 als Kriegsverbrecher gehängten Chefs des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes Oswald Pohl. Er ließ im April 1945 das Gutshaus durch ein SS- Kommando niederbrennen.

Gutshaus Dambeck
Das in Fachwerk errichtete Gutshaus wurd um 1900 umgebaut und erhielt u.a. den heutigen Turmanbau. Um 1930 erfolgten weiter Um- und Ausbauten. In den Jahren 1878 bis 1898 war Ernst Winkelmann Besitzer des Gutes. Letzter Besitzer bis 1945 war der Göring-Freund Kurt Herrmann. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gutshaus als Schulungsheim genutzt und dann als Kureinrichtung. Es wurde 1995/96 saniert und befindet sich seit 2003 im Besitz der AWO (Arbeiterwohlfahrt).

Gutshaus Federow
Das Gut befand sich im Besitz der Familie Tamme, von Holstein zu Ankershagen, von Secheln, von Oldenburg, von Oertzen, Lembke, 1862 von Maltzan, 1880 an den Advokaten Wilhelm Heinrich Friedrich Krull, 1885 das Großherzogliche Ministerium des Inneren als Nebenstelle des Landarbeitshauses Güstrow und 1938 bis zur Enteignung Kurt Herrmann. Nach 1945 wurde das Herrenhaus für Wohnzwecke genutzt. Heute wird im Haus ein Hotel mit Restaurantbetrieb geführt.

Gutshaus Feldberg
Das Gutshaus ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einem im Norden rechtwinklig anschließendem Flügel. Es wurde 1781/82, auf den Grundmauern eines Vorgängerbaues, der 1770 abgetragen wurde, errichtet. Das Haus diente als Sitz des Landdrosten, des höchsten Landesbediensteten im damaligen Amtsbereich Feldberg. Die Mauern des Gutshauses erheben sich auf den Fundamenten einer mittlelalterlichen Burg. Lange Zeit hatte die Familie Veldbergh das Lehen inne. In der Mitte des 15. Jh. starb die Familie aus, die Güter teilten sich die Familie von Kerkow und die Familie von Oertzen. 1471 veräußerten die Kerkows ihren Anteil der Güter an Heinrich von Mecklenburg-Stargard. 1472 verkaufte dieser es an seinen Knappen Heinrich von Rieben auf Galenbeck. 1476 folgten die Oertzens dem Beispiel des Herzogs. Vier Jahrzehnte später gaben die Galenbecker Rieben ihren Besitz durch Verkauf wieder in herzogliche Hände. Das "Schloss" wurde ab und zu von einem reisenden Hauptmann bewohnt. Während des 30-jährigen Krieges litt das Schloss sehr. Man ließ es nach und nach verfallen und trug 1770 die Baureste bis auf das Kellergeschoss ab. Auf einem Teil dieses Kellers begann man elf Jahre später das jetzige Drostenhaus zu bauen. Nach 1945 diente das Gutshaus vorerst als Flüchtlingsunterkunft. Zu DDR-Zeiten wurde das Haus als Schule benutzt. Als das wegen des schlechten Bauzustandes nicht mehr möglich war, sollte ein Schulungsheim für das Kombinat für Landdtechnik Neubrandenburg entstehen. 1987 begannen Rekonstruktionsarbeiten, die dem Unternehmen finanziell über den Kopf wuchsen. Das Objekt wechselte zum Landbaukombinat, das die Umbauarbeiten 1989 einstellte. 2000 erwarben Anita und Günter Tenner das Drostenhaus. Sie restaurierten den wertvollen Fachwerkbau. Bis 2002 waren zehn Ferienwohnungen in dem Haus entstanden.

Gutshaus Penzlin
1804 neben der Burg errichtetes Gutshaus. Das Gut befand sich bis 1945 im Besitz der Familie von Maltzan.

Gutshaus Pieverstorf
Das Gutshaus ist 1945 abgebrannt, nur der Westflügel wurde zum Wohnhaus umgebaut. Im Dorf stehen noch etliche Gebäude des Gutshofes (Feldsteinbauten), die ebenso wie die Gutshofmauer und die Pflasterstraße wieder hergerichtet wurden und zum Teil unter Denkmalschutz stehen.

Gutshaus Speck
Unter Einbeziehung einiger Teile eines Vorgängerbaus von 1929 bis 1937 als Jagdsitz errichtetes Herrenhaus. Das Gut befand sich bis in das 18. Jahrhundert im Besitz der Familie von Holstein. Dann folgten die von Rohr, von Haugwitz, 1926 das Land Mecklenburg und 1929 der Staatsrat und Verleger Dr. Kurt Hermann. Dieser ließ das Herrenhaus errichten. Nach 1945 diente es kurz der sowjetischen Kommandantur, zur Unterbringung von Flüchtlingen und als Sitz der Forstverwaltung. Ab 1954 nutzte das Ministerium des Innern das Haus als Erholungsheim der Grenzpolizei. Nach Umbauarbeiten übernahm die Nationale Volksarmee (NVA) das Objekt. Von 1991 bis 1998 war dort das Nationalparkamt Mecklenburg-Vorpommern untergebracht. Das Herrenhaus befindet sich in Privateigentum.

Gutshaus Weisdin
1742 sind große Teile des Dorfes abgebrannt, mit ihm das alte Gutshaus. 1749 wurde der zweigeschossige Putzbau mit Mittelrisalit für die Familie von Peckatel errichtet. Das Gut befand sich von 1387 bis 1761 im Besitz der Familie von Peckatel, von 1761 bis 1918 war es im Besitz der herzoglichen Familie. Von 1918 bis 1945 war das Gut Staatsdomäne. Nach 1945 wurde das Gutshaus Gaststätte, Schule und Wohnung. Bis 1996 fand die Renovierung statt, seitdem wird es zu Wohnzwecken genutzt.




[nach oben] [Feedback] [drucken]