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Mirower demonstrieren
Mirow. Mit einer publikumswirksamen Aktion gestern Morgen und Spruchbändern, die schon übers Wochenende zu sehen waren, haben etliche Mirower für den zügigeren Bau der Ortsumgehung demonstriert.
"Erst hier Straßen und Brücken und dann in Afghanistan" oder "Mensch, Tier und Haus halten's nicht mehr aus" steht auf den Transparenten, die an vielen Gebäuden in der Stadt angebracht sind. 25 bis 30 Personen haben sich gestern früh gegen 6.30 Uhr am Fußgängerüberweg nahe der Schulkurve zusammengefunden und für 20 Minuten den Verkehr gestoppt. Weil die Demonstration nicht angemeldet war, mussten die Teilnehmer eine Belehrung durch die Polizei in Kauf nehmen. Bei den gestoppten Pkw- Fahrern und Einwohnern trafen die Akteure allerdings größtenteils auf Sympathie. So brachten die Inhaber der Gaststätte "Blaue Maus" einen Korb mit Kaffee vorbei, berichtete Hans-Joachim Hardow, einer der Akteure. Ein Lkw-Fahrer, der warten musste und über den Grund der Aktion aufgeklärt wurde, sagte: "Das geht in Ordnung." Nach gut 20 Minuten wurde die Straße wieder freigegeben, und der entstandene Stau löste sich auf. "Wir möchten, dass es endlich losgeht mit der Umgehungsstraße, die schon seit 1992 gefordert wird", verweist Hardow auf entsprechenden Schriftverkehr aus der Nachwendezeit. Auch gebe es Hinweise, dass die fertigen Pläne für eine Umgehungsstraße schon zu DDR-Zeiten in der Schublage lagen. Hardow, der selbst an der stark befahrenen Retzower Straße wohnt und gesundheitlich unter dem Lärm leidet, hat sich der Aktionsgruppe angeschlossen, nachdem er von einem anderen zugezogenen Mirower angesprochen worden war. "Es ist wirklich Wahnsinn, was hier durchfährt. Man kann manchmal nicht von einer Seite auf die andere kommen", so Hardow. Eine Stadt, die damit wirbt, "Staatlich anerkannter Erholungsort" zu sein, müsse Abhilfe schaffen. Immer wieder genannte Zeitschienen, wonach die Umgehungsstraße zuletzt 2013 kommen sollte, sieht Hardow als wenig vertrauenserweckend an. "Auch das Schloss sollte schon viel eher fertig sein. Irgendwann hat man auch mal die Nase voll, wenn man Zahlen genannt bekommt", meinte er. Hardow teilte mit, dass auf jeden Fall weitere Aktionen folgen würden. Auch die Zahl der Mitstreiter würde noch wachsen, glaubt er. Aus der Aktion solle sich eine Bürgerinitiative entwickeln. Derzeit würden schon Flyer vorbereitet.
Quelle: Nordkurier vom 16.03.2010




