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Umgehung: Mirower fühlen sich veräppelt


Mirow. Die Proteste der Mirower, die den schnelleren Bau der Umgehungsstraße herbeiführen sollen, werden immer lauter.

 

Für 20 Minuten wurde gestern abermals bei einer Demonstration die Schlossstraße dicht gemacht, um die Forderung: "Ortsumgehung jetzt" zu untermauern. Indes haben mehrere Mirower mit tiefer Empörung auf die vom Straßenbauamt Neustrelitz in dieser Woche im Nordkurier genannte Zeitschiene reagiert. Viele Einwohner können nicht nachvollziehen, dass erst jetzt die europaweite Ausschreibung beginnen soll. Sie fühlen sich veräppelt und verhöhnt. "Das, was da in dem Artikel steht, ist eine Frechheit", wandten sich erregte Bürger an die Zeitung. Marian Lopuszanski sprach davon, dass bereits 2008 die Planungen zur Ortsumgehung perfekt gewesen sein sollen und gebaut werden sollte. Jutta Bertram aus der Mirower Mühlenstraße, die sich dort seit Jahren über den Lkw-Verkehr ärgert, Probleme hat, ihre Wohnungen zu vermieten, und ständig eine Verschmutzung der Fassade in Kauf nehmen muss, beanstandete, dass es bereits 2004 geheißen habe: Das Geld ist da, es kann losgehen. "Im Amt hat die Trasse schon damals ausgelegen", forderte sie den sofortigen Baustart. Der Nordkurier konfrontierte den amtierenden Straßenbauamtsleiter mit den Aussagen der Bürger. Jens Krage wies darauf hin, dass es sich bei der Ortsumgehungsplanung um ein zeitintensives Prozedere handelt, an das die Behörde gebunden sei. Bei der Annahme der Bürger, dass die Planung bereits 2008, 2006 oder auch 2004 schon abgeschlossen gewesen sein soll, handele es sich um Missverständnisse. Richtig sei, dass 2005 die Umweltverträglichkeitsstudie abgeschlossen war und 2006 der Raumordnungsbescheid vorlag. Im Ergebnis der Raumordnung wird ein "konfliktarmer Trassenkorridor von mehreren Varianten vorgegeben", erläuterte er. Damit war die Planung aber bei weitem nicht abgeschlossen, sondern es konnte in die nächste Runde, in die Linienplanung, gehen. Mit der Absegnungder Linie durch den Bund im Herbst 2009 ist auch dieser Schritt abgehakt. Nun muss die Linie im Detail beplant werden. Etwa drei bis sechs Monate nach Ausschreibungsbeginn könne erfahrungsgemäß der Zuschlag an ein Ingenieurbüro erteilt werden, so Krage. Dann beginnt die Entwurfsplanung auf den Quadratmeter genau - und auch das nimmt Zeit in Anspruch. Den tatsächlichen Baubeginn schätzt Krage, "wenn alles optimal läuft, auf Ende 2014/Anfang 2015". Wenn Klagen anhängig werden, könnte sich dasnoch verzögern. "Wir werden alles daran setzen, die Terminkette einzuhalten. Sollte sich irgendeine Möglichkeit ergeben, etwas zu beschleunigen, nutzen wir das", versicherte er. 
 

 

Quelle: Nordkurier vom 20.03.2010




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