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Friedlicher Protest für die freie Heide
Schweinrich. "Wir sind gemeinsam hier, um Druck zu machen, denn wenn es keinen Druck von unten gibt, dann gibt es auch keine richtige Entscheidung von oben",
sagte Wolfgang Methling (Die Linke), der schon zu Zeiten, als er noch Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern war, für die freie Heide kämpfte und nun, bei der ersten Osterwanderung nach dem 9. Juli 2009 - jenem Tag, als das Aus des Bombodroms verkündet wurde - die Grüße des Schweriner Landtages überbrachte. Rund 1500 Menschen hatten sich an diesem Ostersonntag nachmittags am Mahnmal in Schweinrich zur Kundgebung versammelt, um nach dem errungenen Teilerfolg im vergangenen Juli nun für die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide zu demonstrieren und ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Erstmalig durften die Teilnehmer dabei den Truppenübungsplatz mit Zustimmung des Bundesverteidigungsministeriums betreten - wenn auch noch unter den wachsamen Augen einiger freundlich gestimmter Soldaten, die den Weg säumten und auch Handzettel mit den Verhaltensregeln für das munitionsverseuchte Area verteilten. Die Schlange wirkte schier endlos, als sie sich auf dem nur wenige Meter breiten Hauptweg bewegte, der freigegeben war - vorbei an Gebäuderuinen, die die die Sowjetarmee hinterließ, vorbei aber auch an unberührter Natur. "Schön wäre es, wenn wir hier wandern könnten, wenn die Heide blüht", meinte denn auch Vera Kopp aus Neuruppin, mit Blick auf die zahlreichen Heidesträucher. 15 Jahre schon gehören sie und ihr Mann zu den Demonstrierenden. Wie sie sich nun beim Betreten des Geländes fühlen? "Erfolgreich, dass wir hier laufen können. Vielleicht erleben wir es ja auch noch, dass die Heide wirklich frei ist", meinte die 73-Jährige. Doch auch etliche Mecklenburger waren gekommen. "Ich finde es gut, dass soviele da sind", freute sich Pastor i. R. Joachim Thal aus Mirow. "Ich fühle mich sehr gut", erklärte denn auch Wolfgang Methling auf halber Strecke, kurz vor der Verpflegungsstation. Ein großer Fortschritt sei erreicht, weil das Bombodrom aufgegeben ist. Dieser Erfolg ermutige aber auch, weiter zu machen.Es gelte wachsam zu bleiben und die Kräfte zu bündeln, betonte Staatssekretärin Sabine Stachwitz als Vertreterin der Brandenburgischen Landesregierung am Rednerpult. Denn Bundesverteidigungsminister Theodor zu Guttenberg (CSU) habe auf ein Schreiben vom Februar 2010 bezüglich eines Verzichts auf militärische Pläne noch nicht reagiert. Sie betonte, dass es der Bund sei, der für die notwendige Entsorgung der Altlasten zuständig ist.Jens-Peter Golde von ProHeide forderte, dass das "Bombodrom" nicht mehr der Bundeswehr gehören, sondern an die Bundesvermögensverwaltung (BIMA) übertragen werden soll. Die Veranstalter, darunter auch die Bürgerinitiative Freier Himmel, zogen eine positive Bilanz, hieß es.
Quelle: Nordkurier vom 06.04.2010




