Informationen
Neuigkeiten
Veranstaltungen
Frage des Monats: Wie erkunden Sie die Kleinseenplatte?
Wettervorhersage
Neuigkeiten im Archiv
Wirtschaft kritisiert Richterspruch
Mecklenburg-Strelitz. Von der Bäderregelung profitieren im Landkreis Mecklenburg-Strelitz: Bereich Feldberger Seenlandschaft mit Carwitz, Feldberg, Hullerbusch, Laeven, Neuhof, Rosenhof, Schlicht; Bereich Mirow mit Diemitz, Fleeth, Granzow, Mirow, Peetsch, Starsow; Bereich Wesenberg mit Klein Quassow, Wesenberg; Bereich Wustrow mit Canow, Drosedow, Wustrow.
Die von den Oberverwaltungsrichtern in Greifswald gekippte Bäderregelung (der Nordkurier berichtete) hat bei der Strelitzer Wirtschaft erwartungsgemäß kritische Reaktionen ausgelöst, auch wenn das Urteil noch keine Rechtskraft erlangt hat. Immerhin wären mit der Mecklenburgischen Kleinseenplatte und der Feldberger Seenlandschaft bedeutende Tourismusgebiete des Landes massiv betroffen. Günter J. Stolz, Präsident des Unternehmerverbandes Mecklenburg-Strelitz, bezeichnete in einer Umfrage der Strelitzer Zeitung, jeglichen Eingriff in Ladenöffnungszeiten als "obsolet". Oberste Priorität hätten die Bedürfnisse der Kunden und die Auffassungen der Unternehmer, wie Geschäfte zu machen seien. "Was wir erleben, ist ein Eingriff in den Wirtschaftskreislauf, den man sich selbst überlassen sollte", betonte Stolz. Erst recht in einem Touristenland wie Mecklenburg-Vorpommern, wo der Fremdenverkehr die wichtigste Einnahmequelle darstelle, sollte der jeweilige Unternehmer entscheiden können, wann er seinen Laden öffnet. "Und der Tourismus boomt, wenn ich nur auf die Campingplätze der Region schaue. Die Urlauber wollen einkaufen. Das gilt doch für uns Deutsche im Auslandsurlaub genauso, und da werden wir bestens bedient", unterstrich der Unternehmerpräsident. Mirows Bürgermeister Karlo Schmettau (FDP) fühlt sich von der Entscheidung aus der Hansestadt gleich doppelt berührt - als Kommunalpolitiker und als Einzelhändler. "Mirow trifft das ausgesprochen hart", so Schmettau. "Wir haben in unserem Bereich mit die höchsten Übernachtungszahlen, wenn ich da nur einmal an den Ferienpark in Granzow erinnern darf. Leute, die hier anreisen, wollen sich natürlich auch am Wochenende versorgen, und das bliebe ihnen nun versagt."Vielleicht freue es ja die betroffenen Mitarbeiter in den Geschäften, denn er wisse aus eigener Erfahrung, dass Wochenendarbeit ein "schweres Los" sei. Andererseits sei diese überwiegend gut bezahlt worden, es drohten also Lohneinbußen. "Ich kann die jetzige Entscheidung einfach nicht verstehen", fasste Schmettau zusammen. Alle hätten sich an die Bäderregelung gewöhnt, Geschäftsleute wie Kunden. Als Bürgermeister befürchte er auch geringere Steuereinnahmen für die Stadt.Als "ganz schlechte Entscheidung" bezeichnete Christian Bermes den Richterspruch. Bermes ist Sprecher der eben gegründeten Unternehmerinitiative "17zwo58 - Feldberg bewegt dich!", die das wirtschaftliche Potenzial der Feldberger Seenlandschaft besser nutzen will, und betreibt eine Sporttouristik-Firma. Für ihn sei eine Abschaffung der Bäderregelung als "absoluter Rückschritt im Dienstleistungsgedanken".
Quelle: Nordkurier vom 09.04.2010




