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Kleines Hofmuseum in Groß Quassow


Groß Quassow. Der Hof der Groß Quassower Familie Maaß ist für Einheimische und Urlauber interessant durch die Störche, die seit 1938 Jahr für Jahr dort nisten.

 

Das Beobachten der beliebten Großvögel ist aber nicht das einzig Interessante auf dem Hof. Denn Hans-Wilhelm Maaß, der selbst mit Leib und Seele Landwirt war, trug eine interessante Sammlung mit landwirtschaftlichen Geräten zusammen. "Wenn Urlauber fragen, ob sie ich die Störche aus der Nähe ansehen dürfen, zeige ich ihnen auch mein kleines Museum - und sie sind begeistert", erzählt er. Dann setzt er zum Beispiel per Hand den Trieur in Gang, dabei handelt es sich um ein Gerät zum Sortieren und Reinigen von Rundfrüchten wie Erbsen, Getreide und Raps. Die Maschine, die 1870 in Güstrow gebaut wurde, wie ein kleines Fabrikationsschild ausweist, ist noch voll funktionsfähig. Mindestens genau so alt dürfte die Hasenklapper sein. Damit mussten die Bauern lautstark klappern, um dem Großherzog bei der Jagd Wild zuzutreiben, weiß Hans-Wilhelm Maaß. Butterfass, ein Röster für Gerstenkaffee und eine Wurststopfmaschine sind weitere Exponate entweder aus Familienbesitz - der erste Maaß heiratete 1835 in den Hof ein - oder es handelt sich um Leihgaben oder Geschenke.Mit vielen Geräten verbinden sich für Hans-Wilhelm Maaß Erinnerungen an sein Arbeitsleben. So zum Beispiel mit dem Zweischarpflug, der draußen steht. "Vor den mussten drei Pferde gespannt werden oder der Deutz-Trecker mit elf PS, den mein Vater 1937 neu kaufte und der heute noch läuft beim Nachbesitzer in Zierke", berichtet Hans-Wilhelm Maaß. Der 1938 Geborene lernte, als er 1953 aus der Schule kam, Landwirtschaft bei seinem Vater, der auch Lehrausbilder war. 1962 beendete er erfolgreich sein Fernstudium als staatlich geprüfter Landwirt. Er durchlief alle "Stationen" der DDR-Landwirtschaft von zum Beispiel LPG Typ I in Groß Quassow über die Zwischengenossenschaftliche Einrichtung Jungrinderanlage Wesenberg bis zur LPG Tierproduktion Roggentin. 1990 wurde er Geschäftsführer einer von fünf GmbH, die aus der LPG Roggentin hervorgingen. In dieser Gesellschaft befasste er sich mit der Färsenaufzucht. 1998 ging Hans-Wilhelm Maaß in den Ruhestand und widmet seitdem viel Zeit der Sportgemeinschaft Groß Quassow, den Störchen, über die er alles wichtige notiert, und seinem kleinen Hofmuseum, das einen Ausflug in die Geschichte der Landwirtschaft ermöglicht. Wen das interessiert, kann gern bei Familie Maaß klingeln. "Wenn ich zu Hause bin, zeige ich die Ausstellungsstücke gern", sagt Hans-Wilhelm Maaß.
 

Quelle: Nordkurier vom 13.04.2010




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