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Ortsumgehung: Mirower Demonstranten gründen Verein
Mirow. Die Aktiven in den Reihen der Mirower Demonstranten, die regelmäßig für den schnellstmöglichen Bau der Ortsumgehung auf die Straße gehen, wollen einen Verein gründen.
Das teilte Marian Lopuszanski während der jüngsten Demonstration am Freitagabend mit, zu der mehr als 100 Mirower kamen.
Dem Aufruf, sich am gleichen Abend für eine mögliche Mitarbeit im Verein registrieren zu lassen, folgten rund 25 Frauen und Männer.
Bürgermeister Karlo Schmettau (FDP), der ebenfalls zu den Demonstranten gehörte, begrüßte, dass sich die für die Ortsumgehung eintretenden Bürger ihrem Anliegen eine Struktur geben wollen: "Das ist zum Beispiel wesentlich günstiger, wenn sie sich an Persönlichkeiten wenden wollen. Diese nehmen solche Anliegen dann viel ernster, als wenn sich dort protestierende Bürger melden. Das zeigt auch das Beispiel der Aktionsgemeinschaft Freier Himmel, die ebenfalls einen Verein gründete und erfolgreich war."
Weiterhin erklärte der Bürgermeister, dass es nicht um Ortsumgehung oder keine Ortsumgehung gehe, denn die Entlastungsstrecke werde auf jeden Fall kommen. Es sei aber wichtig, den Prozess zu beschleunigen. Und das zum Beispiel mit Blick auf das Welcome Center, das in Kürze auf der Schlossinsel eingerichtet werde, und das Landesmuseum, das 2013 eingerichtet werden soll.
Mit Blick auf leerstehende Geschäfte in der Schlossstraße und der Strelitzer Straße, auf denen die B 198 durch Mirow führt, sagte Marian Lopuszanski: "Der Leerstand ändert sich erst, wenn die Lkw raus sind aus der Stadt. Denn dann müssen die Kunden keine Angst mehr haben, dass sie unter Lebensgefahr über die Straße gehen müssen, um einzukaufen."
Zu den Demonstranten gehörte auch die elfjährige Lea Stolpenfeldt. Ihre Familie wohnt am ebenfalls stark vom Lkw-Verkehr betroffenen Mühlendamm. "Ich bin auch dafür, dass die Lkw raus aus der Stadt kommen. Ich habe Angst, über die Straße zu gehen."
Wenn der künftige Verein seine Arbeit aufgenommen hat, wird zum Beispiel darüber beraten, wann zu Demonstrationen aufgerufen wird, sagte Marian Lopuszanski. Ins Auge gefasst wurde jeder erste Freitag im Montag, dann aber erst so spät am Abend, dass Berufstätige auch teilnehmen können.
Quelle: Nordkurier vom 17.04.2010




