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"Unsere Rendite ist die saubere Luft"


Zirtow. "Mein erster Baum!", jubelt eine Pflanzerin - kein Wunder, dass eine Neckerei als Antwort nicht auf sich warten lässt:

 

"Dann weißt du ja, wie das weitergeht: Mit Haus und Kindern ..." Dem ersten Baum jedenfalls folgten noch viele bei der gestrigen Pflanzaktion im Klimawald Mirow, wo mit 3000 Birkenschößlingen der letzte Abschnitt des insgesamt 2,8 Hektar großen Geländes in Angriff genommen wurde. Auf einer ehemaligen Wiese waren hier in den vergangenen zwei Jahren bereits Erlen und Robinien in den Boden gebracht worden.Die Erlen sind gerade einen halben Meter hoch. Übers Jahr werden sie schon anderthalb Meter messen und ein weiteres Jahr später übermannshoch sein, erklärt Fred Westphal, Sachbearbeiter für Jagd, forstliche Förderung und Waldschutz im Forstamt Mirow. Ebenso wie ihre "Nachfolger" Robinie und Birke sind sie wegen der Beschaffenheit des Bodens ausgewählt worden: Das Areal ist im Sommer sehr trocken, im Frühjahr und Herbst aber weist es Staunässe auf. Da die Mecklenburgische Seenplatte ein "klassisches" Kiefernwaldrevier ist - der Bereich des Forstamts Mirow besteht zu 78 Prozent aus Kiefernbeständen -, wird sorgfältig auf den künftigen Laubwald geachtet. Im Abstand von etwa 1,25 Meter heben die Spatenführer Öffnungen aus, in die die Pflanzer dann die Birken setzen. Nicht zu viele Schößlinge auf einmal solle jeder in die Hand nehmen, empfiehlt Revierförster Gregor Schwefel, damit nicht "unterwegs" schon die empfindsamen Wurzeln austrocknen. So wird die vorbereitete Fläche zu einem herausfordernden Stück Arbeit für die Teilnehmer der Pflanzaktion, von denen viele gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren.Der südwestlich von Zirtow gelegene Klimawald ist einer von landesweit elf Standorten der Waldaktien-Kampagne, die von der Landesforstanstalt gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium und dem Tourismusverband ins Leben gerufen wurde. Für zehn Euro kann eine symbolische Aktie erworben werden, die für die Aufforstung von zehn Quadratmeter Mischwald steht. Die auf dieser Fläche wachsenden Bäume absorbieren so viel Kohlendioxid, wie eine vierköpfige Familie in einem zweiwöchigen Urlaub samt 500 Kilometer Pkw-Anreise verursacht, rechnen die Experten. So lässt sich der Ertrag der Waldaktie nicht in Euro und Cent, sondern in der Verbesserung des natürlichen Lebensraums messen, erklärt Westphal: "Unsere Rendite ist die saubere Luft." Aktionäre des Mirower Klimawaldes kommen nicht nur aus der näheren Umgebung: Sogar Gäste aus Bosnien haben hier schon Waldaktien erworben.Während der gestrige Tag dem Klimawald vorbehalten war, folgt heute noch eine Würdigung zum Tag des Baumes, der in Deutschland traditionell am 25. April begangen wird: Im forstbotanischen Garten "Erbsland" werden Mirower Kinder den Baum des Jahres 2010, die Vogelkirsche, pflanzen. "Das ist eine gute Gelegenheit, Kindern ein Gefühl für die Natur zu geben", findet Fred Westphal. Auch im Forstgarten Drewin bei Neustrelitz wird die Vogelkirsche mit Unterstützung der Vorschulkinder aus der Kita Löwenzahn eine neue Heimstatt finden. Anschließend können die Knirpse bei einer Wanderung den Wald im Frühling und die Bedeutung der Vogelkirsche kennen lernen, kündigt das Forstamt Neustrelitz an.

 

Quelle: Nordkurier vom 26.04.2010




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