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Rosamunde und Co. im Klassenzimmer
Mirow. Es ist Lukas' großer Auftritt. Nicht auf einer Bühne - das ist für den Viertklässler, der seit zweieinhalb Jahren im Mirower Jugendfeuerwehrmusikzug die Trompete spielt, fast schon Routine.
Nein, diesmal steht er vor seiner eigenen Klasse, um ihr eine Kostprobe seines Könnens zu geben. Er schmettert das "Mecklenburger Heimatlied", das von den Mitschülern auch prompt erkannt wird. Gemeinsam mit Stephan Florev, dem Musikalischen Leiter des Mirower Feuerwehrmusikzuges, dem Vorsitzenden Jörg Rennoch sowie den Kollegen Hartmut Cullik und Jörg Vick aus dem Erwachsenenorchester war Lukas Dahms in die Mirower Grundschule gekommen. Ziel war es, den Erst- bis Viertklässlern die Instrumente vorzustellen, um Nachwuchs für den Jugendfeuerwehrmusikzug zu werben. Mit Stephan Florev, einem aus Bulgarien stammenden "Vollblutmusiker", wie Jörg Rennoch betonte, steht ein Lehrer zur Verfügung, der den Kindern viel abverlangt, bei dem sie das Instrument aber auch beherrschen lernen. "Er bringt euch an die Opernhäuser dieser Welt", sagte Rennoch, und er meinte es beinahe ernst. "Übung macht den Meister", fügte er hinzu. Zunächst stellten die Feuerwehrmusikzug-Mitglieder ihre Instrumente einzeln und dann im Zusammenspiel vor, wodurch der Klangkörper erst mal richtig zur Geltung kam. Die Kinder durften Lieder und Instrumente erraten und heimsten kleine Preise ein. Dann waren die Schüler selbst an der Reihe. Sie probierten, Posaune, Tenorhorn, Trompete, Tuba oder auch Saxophon, Klarinette und Schlagzeug ein paar Töne zu entlocken. An den meisten Instrumenten bildet Stephan Florev selber aus. Sollten sich Kinder für Saxophon, Klarinette und Schlagzeug begeistern können, so würde auch eine Unterrichtsmöglichkeit gefunden, erklärte Jörg Rennoch. In dieser Sache hatte er sich vorab mit dem Landrat verständigt. Derzeit zählt das Jugendensemble acht Aktive, die auch schon Auftritte in Polen oder bei der Grünen Woche in Berlin hatten, wo sie 40 Minuten allein spielten. Die jungen Musiker konnten bei einem ähnlichen Schulbesuch vor drei Jahren gewonnen werden. Nun sei es wieder an der Zeit, die Werbetrommel zu rühren. Dabei ist das musikalische Repertoire des Feuerwehrmusikzuges mit Walzer, Polka und Marsch längst nicht erschöpft. Eigens für die jungen Leute wurden moderne Stücke wie "Country Road", "Go West", "Über sieben Brücken" etc. mit aufgenommen. Natürlich dürfen die guten alten Gassenhauer wie "Rosamunde" oder "Alte Kameraden" nicht fehlen. "Sie sind das A und O der Blasmusik", verdeutlichte Rennoch. Geprobt wird beim Feuerwehrmusikzug immer mittwochs von 18 bis 19 Uhr (nur Jugend) sowie von 19 bis 20 Uhr gemeinsam mit den Erwachsenen im Musikraum der Grundschule. Was Lukas angeht, so konnte er seine Klasse an diesem Tag noch richtig verblüffen: Täglich übt er zwei Stunden Trompete, siebenmal die Woche, erzählte er mit leuchtenden Augen und erntete anerkennende Blicke. Wer Lust hat, eines der Instrumente zu erlernen, kann sich bei Jörg Rennoch melden.
Quelle: 04.05.2010




