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Sarg kehrt in die Fürstengruft zurück


Mirow. Für die Restauratorin waren es die nervenaufreibendsten Minuten seit langem.

 

Über Monate hatte sie den Außensarg von Luises Vater (Carl Ludwig Friedrich, Herzog, ab 1815 Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, geb. 1741 in Mirow, gest. 1816 in Neustrelitz) aufgearbeitet. Gestern nun wurden die beiden in Transportkisten verpackten Sargteile wieder zurück in die Mirower Gruft gebracht. Mitarbeiter der Zimmerei Balasai aus Zirtow, die auch die Transportboxen gebaut hatten, hievten die wertvolle Fracht in die Johanniterkirche. Herausforderung war es dabei, nirgends anzustoßen, damit der jahrhundertealte Samtstoff nicht zu Schaden kommt.Denn dann hätte Claudia Schillo, die in Hamburg als Textilrestauratorin tätig ist, quasi umsonst gearbeitet. Heikelster Moment war es dann noch, als der Innensarg, der in Mirow verblieben war, wieder in den Außensarg eingesetzt werden musste. Mittels Transportriemen gelang das Unterfangen. "Vorsicht, nicht an die Rüschen stoßen", gab Claudia Schillo Hinweise. Jede Bewegung des Sarges verfolgte sie unter Anspannung. Am Ende war sie erleichtert, als alles komplett in der Gruft stand. Die Restaurierung der Särge wurde mit Blick auf das 200. Todesjahr von Königin Luise durch eine finanzielle Zuwendung der Sparkassen-Stiftung möglich. Während die Eichenbretter relavit intakt waren, mussten Griffe und Beschläge durch einen Metallrestaurator konserviert werden. Der noch vorhandene Seidensamtstoff wurde aufgearbeitet und dort, wo er fehlte, durch heute erhältlichen Seidentaft ersetzt - wobei der Unterschied zwischen Original und "Fälschung" erkennbar sein soll. Demnächst wird nun auch der Außensarg von Luises Mutter (Friederike Caroline Luise, geborene Prinzessin von Hessen- Darmstadt, 1752-1782) restauriert. In wenigen Tagen werden die Sargteile auf die Reise gehen. Doch bis dahin wird die Restauratorin in der Gruft ihr Tun haben. Denn aus Sicht der Fachfrau ist die Staubbelastung hoch. Mit Sauger, Pinsel und viel Fingerspitzengefühl wird sie daher die Außenbespannungen der Särge reinigen. Kürzlich waren schon die Fenster der Gruft erneuert und Filter eingesetzt worden. "Die Restaurierung ist die eine Seite, die präventive Konservierung die andere", so die Expertin: "Die Belüftung ist superwichtig, sonst fängt es zu schimmeln und zu modern an." Auf jeden Fall seien die wichtigsten Schadensfaktoren erstmal ausgeschaltet, die da heißen: Bewegung, Licht und Insekten. "Wenn das gewährleistet ist, können die Särge noch mehrere hundert Jahre halten", resümierte sie. 
 

Quelle: Nordkurier vom 06.05.2010




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