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Nationalpark erwartet Bleiverbot
Mecklenburg-Strelitz. Mit einem landesweiten Verbot von Bleimunition rechnet der Müritz-Nationalpark ab dem Jahr 2011.
Darüber informierte Volker Spicher von der Nationalparkverwaltung jetzt den Umweltausschuss des Kreistages Mecklenburg-Strelitz.Die verbleibende Zeit, so Volker Spicher, sollten Jäger und Behörden nutzen, um sich auf die Umsetzung des zu erwartenden Erlasses vorzubereiten. Ausschuss-Vorsitzender Claus Weber (Bündnis 90/Die Grünen) signalisierte Zustimmung und erklärte, der Ausschuss wolle sichintensiv mit dem Thema auseinandersetzen. Bleiverzicht würde vor allem den Seeadlern zugute kommen. Wird Wild mit Blei erlegt, verteilen sich abgesplitterte Partikel des Metalls im Körper des Tieres. Fressen Seeadler nach der Jagd die zurückgelassenen Reste, werden sie vergiftet. Durchschnittlich 80 Prozent der seit 1998 im Nationalpark tot gefundenen Seeadler sind laut Volker Spicher an Bleivergiftung verendet. Dass in Mecklenburg-Vorpommern überhaupt noch mit Bleimunition geschossen wird, während Blei international in vielen Regionen längst verboten ist, erklärte Volker Spicher wie folgt: Das Bundesforstamt habe schon im Jahr 2008 die Umstellung auf bleifreie Munition angekündigt. Dann aber habe die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (DEVA) Sicherheitsbedenken wegen unkontrollierbaren Ablenkverhaltens der Projektile angemeldet. Die DEVAhabe jedoch vorschnell gewarnt. Inzwischen habe sich herausgestellt, dass bei dem 15 Jahre zurück liegenden Unfall, auf den sich die DEVA bezog, keine bleifreie Patrone verwendet worden war. Darüber hinaus hätten Tests ergeben, dass das Ablenkverhalten bleifreier Munition nicht ungewöhnlich sei. Bis Oktober dieses Jahres, so Volker Spicher, soll die DEVA der Landesregierung neue Ergebnisse vorlegen. Danach werde erneut entschieden. Schon jetzt würden Jäger zunehmend umdenken. Das bestätigte Jäger und Kreistagsmitglied Hubertus Hübner (CDU), der nach eigenen Angaben selbst seit Jahren ohne Bleigeschosse auf die Pirsch geht.
Quelle: Nordkurier vom 14.05.2010




