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Zugnetzfischerei faszinieren


Fische kommen nicht als Fischstäbchen auf die Welt. Um das noch einmal ganz eindeutig und eindrücklich auf nette Art klar zu machen, wurde auf dem Gelände der Seenfischerei

Wesenberg. Fische kommen nicht als Fischstäbchen auf die Welt. Um das noch einmal ganz eindeutig und eindrücklich auf nette Art klar zu machen, wurde auf dem Gelände der Seenfischerei „Obere Havel“ e. G. Wesenberg an der Woblitz ein Fest gefeiert. Ausrichter war die alteingesessene Fischerfamilie Bork, die damit bereits zum fünften Mal voller Engagement und Phantasie eine Lanze für diesen althergebrachten Wirtschaftszweig brach.
„Wir kommen jedes Jahr wieder, immer sind Überraschungen dabei und alles ist immer schöner geworden – das Gelände und auch das Fest“, schwärmen Manfred und Barbara Weber aus Jena. Sie sind schon seit den 1970er Jahren Wesenberg-Urlauber. „Der Teich ist neu entstanden, es werden mehr und mehr Sitzmöglichkeiten und die Hallen sind renoviert“, freuten sich die Beiden. „Einen herrlichen Zander habe ich gegessen“, verriet Sabine Kleinherbes aus Bocholt am Niederrhein. Fangfrisch auf den Tisch kam für viele Besucher neben dem Zander im Spinatmantel die Fischsoljanka im Brotteig oder der gebackene Zander.
Sabine Kleinherbes gönnte sich nach dem Essen eine Bootstour mit dem „Altmeister“ Horst Bork. Hatte der Fischer am Steg sein Boot voll, warf er den Motor an und pausierte mitten auf dem größten See der Mecklenburgischen Kleinseenplatte mit seinen etwa 510 Hektar. „Ich muss raus, ich muss erzählen, wohl, weil ich am besten lügen kann…“, steigerte Horst Bork die gute Laune der Festbesucher. Um dann einigen der Landratten charmant mit Wahrheiten auf die Sprünge zu helfen: Aale, Zander, Barsche, Hechte, Rotfedern und Plötzen leben in der bis zu acht Meter tiefen Woblitz, die von der noch jungen Havel durchflossen werde. Horst Bork – von 1951 bis 1996 war er in der Fischerei tätig – ließ auch Problematisches nicht außen vor. „Der Kormoran macht uns das Leben schwer“, sprach er sicher auch für seine Söhne Wolfgang und Dieter, die seine Arbeit seit einem Jahrzehnt schon fortsetzen.
Am Sonnabend konnten sich die zahlreichen Gäste beim Angeln am Teich, beim Aal Würfeln oder abends beim Tanz vergnügen. Für die Kleinen gab es eine „Kinderecke“ mit Bastel- und Schminkangeboten. Als eine kleine Attraktion beeindruckte viele Besucher am Vormittag der Traditionszug. Fünf Fischer demonstrierten die historische Zugnetzfischerei mit der Knüppelwinde. „Wir wollen zeigen, wie viel Handarbeit die Fischerei früher ausgemacht hat und immer noch ausmacht“, erläuterte Wolfgang Bork. Welse, Hechte und Bleie wurden eingefangen – für die Festausrichter und die Beobachter eine gelungene Premiere.
Auch die DRK-Wasserwacht war vor Ort – zur Absicherung sowie zur Präsentation. Jedermann konnte das Rettungsboot inspizieren und bei Andreas Hantel und seinen Mitstreiterinnen nachfragen. Auch ganz regulär sei das Boot an der Woblitz stationiert, so Hantel. Naturschützer Bernd Schmidt von der Useriner Vylym-Hütte hatte etliche seiner präparierten Tiere mitgebracht. „Die Leute sind sehr interessiert“, freute er sich. Und er erzählte den Gästen unter anderem vom Fischadler, der „uns jetzt für sieben Monate verlässt“.

Quelle: Nordkurier vom 27.08.2007




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