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Sarkophag wieder an seinem Platz


Mirow. So viele Medienvertreter wie in der vergangenen Woche hatte die Johanniter-Kirche zu Mirow schon lange nicht mehr gesehen.

 

Es wimmelte nur so vor Radio- und Fernsehjournalisten sowie Pressevertretern. Anlass war die Rückführung des Sarkophags der Mutter von Königin Luise, Friederike Caroline Luise, nach erfolgter Aufarbeitung.
Restauratorin Claudia Schillo aus der Hamburger Gegend ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ganz vorsichtig wurden die hölzernen Behältnisse, die die Zirtower Zimmerei Balasai eigens für den Sarkophag-Transport angefertigt hat, geöffnet und in Einzelteile zerlegt.

Der Außensarg von Luises Mutter kam zum Vorschein. An den Seiten befanden sich zusätzlich noch einmal als Schutz Kunststoffbahnen, die ebenfalls erst einmal abgetrennt werden mussten. Alles lief nach Plan. Ganz zufrieden war Claudia Schillo trotzdem nicht. Während der erste Sarkophag, der von Luises Vater, ohne Transportschaden vor einigen Wochen den Rückweg nach Mirow überstanden hat (Der Nordkurier berichtete), ging es diesmal nicht ganz ohne Beschädigungen ab.

Ein Metallbeschlag war während der Reise zu Bruch gegangen. Jetzt musste sich Claudia Schillo erst einmal Zeit nehmen. „Bitte treten Sie zurück, ich muss mich konzentrieren“, sagte sie den Journalisten zugewandt. Schließlich konnte die Expertin das Teil befestigen, so dass es nicht verloren gehen kann. Dann endlich sollten die Außensarg-Elemente an ihren alten Standplatz in der Gruft zurück kehren. Doch abermals wurden die Journalisten zur Geduld aufgefordert.

Der Innensarg, der die eigentliche Ruhestätte von Luises Mutter ist, musste beim Hochheben durch ein Brett an der Unterseite verstärkt werden. „Der metallene Sarg ist korrodiert“, erläuterte Claudia Schillo kurz. Schließlich wurde durch die Zimmerer, die der Restauratorin zur Hand gingen, eine hölzerne Platte gebracht – die Prozedur des Unterschiebens erfolgte hinter verschlossenen Türen.

Erst dann durften die Fotografen und Filmemacher wieder dokumentieren, wie der Sarkophag mit Muskelkraft in den Vorraum der Gruft gebracht wurde. Mehrere Männer packten zu. Und nochmals hieß es abzuwarten. Sehr zum Erstaunen der Anwesenden griff die Restauratorin in aller Seelenruhe zum Sauger. Mit einer Schutzkappe am Mund entfernte sie den Staub von Jahrhunderten am künftigen Standort – unter einem Blitzlichtgewitter. „So viel Aufmerksamkeit beim Staubsaugen ist man sonst nicht gewöhnt“, scherzte ein Herr.

Dann war es soweit: Der Außensarg wurde behutsam hereingetragen, zunächst das Unterteil. Auch die Ausrichtung nahm einige Zeit in Anspruch. Und heikel wurde es, als der Sarg von Luises Mutter wieder in den Sarkophag eingesetzt wurde. „Bloß nicht an die Rüschen stoßen, dafür habe ich Wochen gebraucht, sie auszurichten und zu erhalten“, gab sich die Restauratorin besorgt. Claudia Schillo plädiert für einen Staubschutz in der Gruft. Nur so könne das Ergebnis ihrer Arbeit dauerhaft sein.
 

Quelle: Nordkurier vom 10.08.2010




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