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Kunden lieben "Grüne Schürze" aus Wustrow


Wustrow. Während der Sommermonate gibt es in Wustrow einen von vielen Leuten gern angesteuerten Punkt, der gleich drei Namen hat: Junge Leute nennen ihn "Grüne Schürze", die Urlauber sagen "Tante-Emma-Laden" und der Rest spricht von "Konsum".

 

Richtig heißt es Verkaufsstelle Lebensmittelhandel, erzählt Bärbel Granzow, die gute Seele des Ladens. "Grüne Schürze" heißt es aufgrund der Bekleidungsstücke der Verkäuferinnen. Inhaber der Wustrower Verkaufseinrichtung ist ihr Mann Hartmut Granzow, der ist aber meist unterwegs mit dem Verkaufswagen - bis Zechliner Hütte, Rheinsberg, Priepert, Strasen, Seewalde. Oder er kümmert sich um die Waren, damit immer alles da ist. Mit dem Handel fingen Bärbel und Hartmut Granzow in der bewegten Wendezeit an. "Wir arbeiteten beide in der LPG, mein Mann als Kraftfahrer, ich im Kuhstall und in der Pflanzenproduktion. Es wurden immer weniger Arbeitskräfte gebraucht, wurde immer unsicherer und wir überlegten uns, was wir unternehmen können", erinnert sich Bärbel Granzow. Zuerst stellten sie drei Armeezelte auf zum Verkaufen, später einen acht Meter langen Bauwagen, den sie für ihren Zweck umbauen ließen. "Es waren sehr schöne Zeiten damals, heute noch fragen Urlauber, die immer wiederkommen, ob wir das damals auch schon waren, die den Handel in Wustrow betrieben", erzählt Bärbel Granzow. 1997 zogen die Granzows ein in ihren Neubau, den sie sich auf einem Stückchen Grünland nebenan gebaut hatten. Dort befindet sich auch heute noch die Verkaufsstelle. Mit dem Verkaufswagen starteten sie übrigens schon von Anfang an, viele Zeltplätze lagen auf der Tour. "Die Umstände waren einfach, fast ein bisschen primitiv, aber der Handel funktionierte und machte riesigen Spaß. Auch im Dorf war der Zusammenhalt noch größer", blickt Bärbel Granzow zurück. Heute ist es schwieriger für kleine Läden auf dem Land, früher war die Wustrower Verkaufsstelle das ganze Jahr über geöffnet, heute nur noch von April bis Oktober, der Verkaufswagen ist aber das ganze Jahr unterwegs, erklärt Bärbel Granzow und ergänzt: "Ohne Urlauber würde es gar nicht gehen, der Kunde bestimmt, welche der kleinen Läden überleben." Ihr zur Seite steht im zweiten Jahr Sybille Maurischat aus Wesenberg, die vorher zehn Jahre als Verkäuferin in einem Bäckerladen arbeitete. Beiden Frauen macht die Arbeit Spaß, das spüren auch die Kunden zum Beispiel vom benachbarten Zeltplatz. Sie kommen gern wieder, ebenfalls wegen "Coffee to go", den die "Grünen Schürzen" ganz modern heute natürlich auch im Angebot haben.
 

 

Quelle: Nordkurier vom 18.08.2010




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