Informationen
Neuigkeiten
Veranstaltungen
Frage des Monats: Wie erkunden Sie die Kleinseenplatte?
Wettervorhersage
Neuigkeiten im Archiv
Konsum-Seife in Wustrow
Wustrow. Ein paar unscheinbare Stückchen Seife liegen in einem Regal der Wustrower Heimatstube, sie sind verpackt, Riesaer Kinderseife und Roccy steht auf der Verpackung und Konsum Seifenwerk Riesa.
Seife in einem Museum? Helmut Kreter, der für ein halbes Jahr eine Stelle hat in der Heimatstube, holt sie heraus, legt sie auf den Tisch der benachbarten Helmut-Sakowski-Lesestube. Und sofort fallen dem inzwischen 83-jährigen Karl-Friedrich Kehnscherper, der sich bereits seit den 50er Jahren um die Wustrower Geschichte kümmert, zur Seife sofort Geschichten ein, mit denen er Geschichte beschreibt. "Im Sommer waren hier in der damals neuen Wustower Zentralschule immer Ferienspiele und Kinderferienlager. Das Konsum-Seifenwerk Riesa hatte die Kinder seiner Mitarbeiter in den Ferien in der Neuruppiner Ecke untergebracht, dort gefiel es der Betriebsleitung aber nicht so gut, sie wollte das verändern", erzählt Karl-Friedrich Kehnscherper. Damit begann eine lange, DDR-typische Partnerschaft. Die Riesaer kamen mit der Wustrower Schule überein. Folgendes ging nur in der DDR: Riesa wollte Miete zahlen. Aber damit wäre der Schule nicht geholfen, das Geld wäre an die Gemeinde gegangen. "Wir wollten lieber Unterstützung anderer Art, die Riesaer hatten eine Baubrigade und Kapazitäten - das heißt Baumaterialien und Installationsmaterial dazu", erläutert Karl-Friedrich Kehnscherper. So legte die Brigade Wasserleitungen, jedes Klassenzimmer erhielt ein Waschbecken, eine Duschanlage entstand für die Schüler, die jetzt nach dem Sport duschen konnten. Das nützte auch den Ferienkindern aus Riesa, so wurden alle Arbeiten in gemeinsamer Übereinstimmung vorgenommen. So wie auch der "Zwischenbau". Zwischen der 1950/51 fertiggestellten Schule und dem 1963 eröffneten Pavillon klaffte eine Lücke, die durch die Riesaer mit dem Zwischenbau geschlossen wurde. Dazu brachten sie die Stahlträger per Zug aus Riesa mit, die man heute noch ansehen kann...1000 weitere Geschichten erwarten den Besucher der Heimatstube. Sie ist mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr, dazu sonntags von 10 bis 11.30 Uhr geöffnet.
Quelle: Nordkurier vom 20.08.2010




