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Ohne Dorfladen geht es nicht
Roggentin. Edeltraud Witthuhn ist seit 20 Jahren die „gute Seele“ im kleinen Dorfladen in Roggentin.
Nach der Auflösung der Konsumgenossenschaft wechselten zwar die Besitzer, aber im Gegensatz zu den meisten Dörfern ringsum wurde diese Verkaufsstelle nie geschlossen und gehört seit 13 Jahren zur Bäckerei Reinhold GmbH. Jeden Tag sind deshalb frische Backwaren im Angebot. Daneben gibt es von jedem etwas, Waren des täglichen Bedarfs, Eis, Getränke, Zeitungen, ein kleines Sortiment an Bekleidung.
Wer ein Auto hat, fährt zum Großeinkauf in die Stadt, erzählt die Verkäuferin, doch es gibt auch einige Kunden, die sich fast alles direkt vor Ort kaufen. Gerade für ältere Menschen ist hier ein wichtiger Anlaufpunkt. Edeltraud Witthuhn hat ihren Beruf von der Pike auf gelernt und der Spaß an ihrem Beruf ist ihr anzumerken. Bis 1990 hat sie in Zwenzow gearbeitet und ist froh, dass sie anschließend eine Arbeitsstelle in ihrem Wohnort gefunden hat. Wenn der kleine „Tante-Emma-Laden“ schließen würde, dann wird etwas fehlen, ist sich die Chefin mit ihren Kunden einig. Denn der Laden ist weitaus mehr als ein Ort zum Einkaufen, er ist Treffpunkt für viele. Wer wissen möchte, was es Neues gibt, ist hier gut aufgehoben. Und so gehört für viele am Morgen eine Tasse Kaffee oder am Nachmittag ein Feierabendbier bei Edeltraud einfach zum Dorfalltag. Im Sommer sitzen die Einkäufer in der Veranda, im Winter am warmen Ofen im Nebenraum. Alle kennen sich, so kann man über viele Probleme sprechen und oft geht es lustig zu.
Die Verkaufsstelle hat morgens zweieinhalb Stunden und am Nachmittag zwei Stunden geöffnet. Doch das sind nur die offiziellen Zeiten, denn wenn es gemütlich ist, heißt es oft: „Edeltraud, hast du nicht noch ein paar Minuten?“ Und wenn unverhofft Besuch kommt, genügt ein Anruf bei Witthuhns und sie öffnet den Laden.
Quelle: Nordkurier vom 25.09.2010




