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Zeugnisse der Bronzezeit in Mirow entdeckt
Mirow. Grabungsleiterin Kornelia Wegner und ihr Kollege Andy Henning haben die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen. Ein ungemütlicheres Wetter hätten sie sich nicht aussuchen mögen.
Doch die beiden Mitarbeiter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege sind froher Erwartungen: Sie laufen mit dem Maßband über den
Mirower Schlossvorplatz, legen an, notieren, greifen immer wieder zur Schaufel - während der Regen auf sie niederprasselt. Aber der Einsatz lohnt. Denn fündig sind sie schon geworden: Nachdem die Bauarbeiter die alte Pflasterung der Busschleife aufgenommen und den Boden somit entsiegelt hatten, konnten im Erdreich Keramiken sicher gestellt werden, die nach Einschätzung der Bodendenkmalpfleger aus der Bronzezeit stammen. Auf der gesamten Fläche gibt es weitere Befunde, die es nun zu untersuchen gilt. Die Bauarbeiten sollen dadurch aber nicht zum Erliegen kommen. "Wir haben uns mit der Firma arrangiert, das klappt sehr gut", meinte die Grabungsleiterin, die die Befunde schon als etwas Besonderes einstuft. "Das hier ist schon recht alt", erklärte sie. Aus welcher Zeit genau die Scherben stammen, sollen die Auswertungen klären. Die Grabungsleiterin geht von einem Alter von etwa 2500 Jahren aus. "In etwa stammen sie aus der Zeit bis 500 vor Christus", erklärt sie.
Die Denkmalpfleger haben eine Grube im Kreuzschnitt angelegt. Bei so großen Befunden sei das eine gängige Methode. An den Schnittkanten, im Planum, sind die unterschiedlichen Erdschichten erkennbar. Die dunkle Verfärbung - der Boden ist mit Holzkohlepartikeln durchsetzt - deutet auf weitere Befunde, die noch im Erdreich schlummern und nach und nach freigelegt werden müssen.
Die bereits geborgenen Gefäß- Scherben wurden zur Zwischenlagerung in die Außenstelle des Landesamtes nach Neustrelitz gefahren. Hier werden sie getrocknet, "damit sie nicht zerbröseln", wie Kornelia Wegner sagt, dann gewaschen und - wenn möglich - zusammengesetzt. "Das lohnt schon bei diesen Funden", schätzte sie ein. Mit Inventarnummern versehen, wird die betagte Fracht zur Aufbewahrung dann ins Landesamt nach Schwerin verbracht.
Quelle: Nordkurier vom 05.11.2010




