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Jäger bringen Schwarzwild zur Strecke
Mirow. Gegenwärtig läuft die Jagdsaison, 81 Schützen und Treiber gingen am Sonnabend zur Ansitz- und Drückjagd auf dem Holm.
Die Schützen bezogen ihre Stände, die Treiber durchkämmten nach einem vorher geplanten System den Wald, die Hunde stöberten das Wild auf. Schwarz- und Rehwild sollten geschossen werden. "21 Wildschweine und drei Rehe wurden gestreckt, es war eine gute Jagd", zieht Angela Wilke, Leiterin des Mirower Forstamtes, Bilanz. Und Jens Wehden, Leiter des Peetscher Reviers, ergänzt: "Und es war ein Ausnahmekeiler dabei, ein rund acht Jahre alter Keiler mit sehr beeindruckenden Waffen."
Warum die Jagd aus Sicht der Forst nach wie vor notwendig sei, begründet Angela Wilke. Das Wild habe keine Feinde wie Wölfe oder Luchse mehr in der Region, der Bestand werde nicht allein durch Alterstod, Seuchen und strenge Winter reguliert, erklärt die Forstamtsleiterin. Ohne Jagd würde der Wildbestand so stark anwachsen, dass Schäden in den Wälder und auf den Felder riesig werden würden, berichtet Jens Wehden.
Nach dem Halali wurde das erlegte Wild in die Wildkühlzelle auf dem Gelände des Forstamtes Mirow gebracht und schließlich gestern an den Wildhändler übergeben. Der verarbeitet es und bringt es in den Wildhandel. Im Forstamt selbst werden an Leute, die gern Wild essen nur ganze Stücke abgegeben, sagt Angela Wilke.
Das Erlegen von Wild erfolge nicht willkürlich durch die Jäger, sondern nach genau festgelegten Abschussplanzahlen. "Diese Zahlen werden auf der Grundlage der Wald- und Feldverträglichkeit im Forstamt errechnet. Wichtig ist, die Vermehrung und das Nahrungsangebot zu berücksichtigen", schildert Angela Wilke. Die Planzahlen werden dann der Hegegemeinschaft vorgelegt, die dafür stimmt oder auch nicht. Die untere Jagdbehörde des Landkreises bestätigt die Zahlen. "Das ist ein aufwändiger Prozess". charakterisiert das die Forstamtsleiterin.
Weil die Familie von Angela Wilke gern Wild isst, bereitet sie ab und zu Wildschweinbraten zu, wie, verrät sie hier. Sie nimmt zwei bis 2,5 Kilogramm Fleisch, salzt und pfeffert es. Dann wird das Fleisch für eineinhalb Tage in Buttermilch eingelegt, der sie einen Schuss Glühwein, Zwiebelscheiben, zwei bis drei Pimentkörner und ein Lorbeerblatt hinzufügt. Schließlich wird das Fleisch sorgfältig abgetrocknet, in Butterschmalz angebraten und dann mitsamt den Zwiebeln zwei bis 2,5 Stunden im Backofen unter geschlossenem Bräterdeckel geschmort.
Quelle: Nordkurier vom 07.12.2010




