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Pfarrhaus wird gründlich saniert


Wesenberg. Auch wenn er in eisiger Kälte hinter einer Plane über einem Abgrund, der den Laien schwindlig werden lässt, arbeiten muss:

 

Volker Wellpott macht es Spaß: "Das ist interessant, es gibt immer wieder 'was Neues in alten Häusern von der Arbeit her", sagt der Mitarbeiter der Dachdeckerei & Dachklempnerei Hans-J. Friedemann Wesenberg, die gerade dabei ist, das Dach des Pfarrhauses der Woblitzstadt gründlich zu erneuern. Dazu gehört auch die Sanierung von Deckenbalkenköpfen, die von Schwamm und Pilzen befallen sind. Die befallenen Stellen werden abgeschnitten, dann wird passend gemachtes neues Holz mit Stabdübeln befestigt, das hält dann wieder, erklärt Volker Wellpott beim Weiterarbeiten.

Unter dem Dach auf der anderen Seite des Gebäudes kniet Friedrich Proetel. Er sammelt alte Ziegel und anderes Baumaterial zusammen, dass bei der vorigen Dachsanierung dort liegen gelassen wurde. "Das war früher so üblich", erzählt Friedrich Proetel, der es wissen muss, denn er ist schon seit 42 Jahren beim Bau. Zuerst als Forstbetriebsarbeiter und Dachdecker beim Forstbetrieb Neustrelitz, die vergangenen 15 Jahre mit einer Unterbrechung in Wesenberg.

Pastor Torsten Morche, der mit seiner Frau im Pfarrhaus wohnt, lebt im Moment - und das noch wahrscheinlich bis zum nächsten Herbst - sehr unruhig: Bau macht Lärm und es ist kalt im Gebäude, das kein Dach sondern nur Unterspannbahnen als Schutz gegen die Witterung hat. "Ja, es ist laut und kalt - aber spannend, auf einer Baustelle zu wohnen. Die Arbeiter sind gut gelaunt, man merkt, dass es ihnen Spaß macht, so einem alten Gebäude neues Leben einzuhauchen", sagt der Pastor.

Insgesamt werden 420.000 Euro in die Sanierung investiert, 200.000 kommen von der Landeskirche, 20.000 von der Kirchgemeinde. Und 200.000 Euro Städtebaufördermittel über die Stadt. "Wir hatten uns mit der Bitte um Förderung an die Stadtvertreter gewandt. Für diese Mittel bin ich großartig dankbar", betont Torsten Morche und ergänzt, dass die Kirchgemeinde mit dieser Sanierung gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Erstens ist das Dach wieder für zwei Generationen in Ordnung. Zweitens wird alles saniert, zum Beispiel die Sanitärbereiche. Und drittens erhält das Gebäude eine neue Struktur: Die Pfarrwohnung zieht nach oben, das Erdgeschoss steht dann vollkommen der gesamten Öffentlichkeit - nicht nur der Kirchgemeinde - zur Verfügung.

 

 

Quelle: Nordkurier vom 09.12.2010




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