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Algen-Plan scheitert an teurer Biomasse
Im Gewerbegebiet sollte für 15 Millionen Euro eine Algen-Zuchtanlage entstehen. 25 bis 30 Arbeitsplätze hätte die Kultivierung der Alge Chlorella vulgaris noch in diesem Jahr gebracht. Steuergelder wären in die leere Stadtkasse geflossen. Mit Landwirten der Region wären langfristige Lieferverträge für Biomasse abgeschlossen worden. Zudem hätte die Produktionsstätte ein acht Hektar großes Areal des Gewerbegebietes gefüllt, dessen leere Fläche in der Vergangenheit schon als Schafsweide verpachtet worden ist. Nichteinmal eine Verschmutzung der Umwelt wäre durch das geschlossene System zu befürchten gewesen. Lediglich Sauerstoff wäre frei geworden.
Doch aus all dem wird nun nichts. Zumindest in absehbarer Zeit wird die WHC GmbH nicht in der Lage sein, das Vorhaben zu bezahlen, wie Projektleiter Rolf Schröder bestätigt. „Wir kommen mit der Finanzierung nicht klar“, hieß es gestern aus Berlin. Um die Algen als Nahrungsmittel, für die kosmetische Industrie und für die Medizin wirtschaftlich anbauen zu können, hätte die Anlage mit Strom und Wärme aus Eigenproduktion versorgt werden müssen. Zu dem Zweck sei ein firmeneigenes Biomassekraftwerk auf dem Gelände vorgesehen gewesen. Und genau das ist der Knackpunkt, wie Rolf Schröder erklärt. Die Preise für Rohmasse wie Mais und anderes Getreide, mit der das Kraftwerk hätte gefüttert werden müssen, seien so stark gestiegen, dass keine Bank mehr mitspiele.
Die Variante, Energie auf herkömmlichem Weg zu nutzen, scheide aus, da eingekaufter Strom schlicht zu teuer wäre. „Energie ist der Hauptfaktor bei der Algenproduktion“, erläutert Rolf Schröder. Die Wasserpflanzen würden rund um die Uhr Licht und Wärme benötigen damit sie so stark wachsen, dass sie industriell genutzt werden können.
Komplett habe die WHC GmbH ihre Pläne jedoch noch nicht an den Nagel gehängt. „Wir suchen nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten“, sagt Rolf Schröder. Im Moment, so macht er deutlich, sehe die Lage aber schlecht aus. „Es ist ganz schwer, Investoren zu begeistern.“
Quelle: Nordkurier vom 09.02.2008




