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Aus Seehotel wird "Alte Schlossbrauerei"
Mirow. Von außen ist nicht viel zu sehen - aber im Gebäude wird mächtig rangeklotzt. Denn im Innern wird das Mirower Seehotel auf der Schlossinsel komplett saniert.
Bis Mitte März sind das Restaurant mit dem historischen Gewölbe, das Kaminzimmer, der Empfangssaal, die Gästezimmer und die Flure eine einzige große Baustelle. Und die Inhaberin Martina Heyden verrät jetzt schon, dass das gastliche Haus nach dem Ende der Sanierung einen neuen Namen haben wird: "Alte Schlossbrauerei". "Das hängt damit zusammen, dass die Schlossinsel einschließlich unseres Hauses so geschichtsträchtig ist. Unser Hotel war einst eine Brauerei. Und da wir die Insel als eine historische Einheit sehen, soll das auch der Name widerspiegeln", erklärt Rainer Smentek vom (noch) Seehotel.
Doch bevor es soweit ist - die Fassade wird in einem zweiten Bauabschnitt saniert -, haben die Handwerker noch mehr als genug zu tun. Seit dem 2. Januar, kurz nachdem die letzten Silvestergäste das Haus verließen, ist das Hotel eine Baustelle. Immer noch wenig begeistert erzählt Martina Heyden, was für eine Plackerei allein das Entfernen der vielen Tapetenschichten war: "Im Flur haben 15 Leute zwei Tage dafür gebraucht. Denn auf drei Schichten Tapeten wurde einst Ölfarbe aufgetragen, bevor wieder Tapetenschichten folgten. Wir mussten die Farbe mit der Heißluftpistole entfernen." Über manchen Fund mussten Martina Heyden und Rainer Smentek aber auch schmunzeln. Zum Beispiel über Spirituosenflaschen, die DDR-Bauarbeiter vor vielen Jahren in Mauerecken versteckten. "Weinbrandverschnitt, 0,35 Liter, 7,20 Mark, VEB Anker Rostock" ist auf einer Flasche zu lesen...
Um dem eigenen historischen Anspruch ihres Anspruchs bei der Umgestaltung des Hotels gerecht zu werden und auch, um die Gäste für die Geschichte zu interessieren, planen Martina Heyden und Rainer Smentek, die Gästezimmer nach und nach unterschiedlichen Themen zuzuordnen. So soll es einen Raum zur Geschichte der Schlossinsel, ein Strelitzien-Zimmer und eins über Komponisten, die mit dem Mirower Schloss verbunden waren, zu gestalten. Zudem wird die alte Bausubstanz in den Gasträumen wieder hergestellt. So wurde eine Zwischenwand am Gewölbe abgerissen, damit dieses wieder unverbaut wirken kann. "Und von einem Fachmann haben wir uns ein Beleuchtungskonzept für das Gewölbe entwickeln lassen, damit es gut wirken kann", erklärt Martina Heyden.
Wenngleich Hotel und Restaurant bis Ende März wegen der Bauarbeiten geschlossen sind, ist der benachbarte Ritterkeller dennoch geöffnet für die historischen "Rittertafeln" und Aufführungen der "Kellerbühne FreiGespielt". Weitere Informationen dazu gibt es unter 039833-20346.
Quelle: Nordkurier vom 15.01.2011




