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Historiker erforscht erstaunliche Geschichte
Mirow. Eimer für Eimer haben Mitglieder der evangelischen Kirchgemeinde Mirow und des Kirchturmvereins eine mittelalterliche Treppe in der Johanniterkirche auf der Schlossinsel von altem Bauschutt befreit.
Diese Treppe führt vom Dach des Schiffes hinunter bis auf den Boden - oder noch weiter? Immer wieder war die Rede davon, dass die Treppe zu einem unterirdischen Gang führt, berichtet Dr. Hans-Jürgen Lippe, Vorsitzender des Kirchturmvereins Mirow e.V. Hat sich das bewahrheitet oder ist das nur eine Sage? Das ist eine Frage, mit der sich Hans-Martin Sommer im ersten Vortrag seiner neuen Reihe beschäftigt.
Hans-Jürgen Lippe erklärt, dass es dem Verein gelungen ist, die Entwicklung des Johannitermuseums, dessen Träger er ist, mit großem Schwung voranzutreiben. "Das ist uns durch die Erarbeitung des Förderprojektes ,Historischer Kulturtourismus - ein neues touristisches Netzwerk' geglückt. Hauptbestandteil des Projektes ist die Erforschung der Geschichte des Johanniterordens im Zusammenhang mit der Entstehungsgeschichte Mirows." Dieses Projekt wiederum war die Grundlage dafür, dass der Verein den Archäologen und Historiker Hans-Martin Sommer einstellen konnte. Denn mit dem Projekt im Hintergrund war es möglich, Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für Strukturentwicklungsmaßnahmen (SEM) einzuwerben, mit denen die Personalkosten für Hans- Martin Sommer finanziert werden. Zunächst für den Zeitraum bis zum 31. Dezember dieses Jahres. Er hofft aber, dass es dann noch ein Jahr weitergeht.
Hans-Martin Sommer wurde in Neubrandenburg geboren. Sein Traum war es, Archäologie zu studieren, das klappte aber in der DDR nicht so, wie er sich das vorstellte. So erlernte er einen Bauberuf. Von 2004 bis 2009 arbeitete er in einem Naturkundemuseum in Mombasa (Kenia). Wegen der politischen Unruhen dort kehrte er 2009 nach Neubrandenburg zurück. Bereits 1999 hatte er in Southampton (Großbritannien) ein Unterwasser-Archäologie-Studium begonnen, das er 2006 abschloss.
Beim Finden seiner Stelle war ihm der Mirower Tischlermeister Helmut Wasmundt, den er bereits seit längerem kennt, sehr behilflich. "Er sagte zu mir, als er von meinen beruflichen Wünschen hörte: Geh zu Dr. Lippe", erzählt Hans-Martin Sommer.
Führt die von Schutt befreite Treppe zu unterirdischem Gang?
Der erste Vortrag einer ganzen Reihe mit dem Titel "Mirow und die Geschichte des Johanniterordens" von Hans-Martin Sommer findet am Freitag, dem 11. Februar, um 19 Uhr im Hotel "Mecklenburger Hof" in Mirow statt. Er widmet sich dann dem Thema "Die Johanniterkirche zu Mirow - Forschung zu Mythos und Realität".
Quelle: Nordkurier vom 05.02.2011




