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Fischer lebt nicht vom Flossentier allein


Wesenberg. So mancher Spaziergänger hat sich in den vergangenen Wochen gefragt, was da auf der Fischereihalbinsel in Wesenberg direkt an der Wasserkante entsteht.

 

Ein schon jetzt schmucker Rohbau reckt sich am Ufer zwei stöckig in die Höhe und lässt das erahnen, was in der Woblitzstadt häufig beklagter Mangel ist: den unverstellten Blick auf den See. Dieter Bork, Fischermeister und Vorstandsmitglied in der Seen fischerei Obere Havel, erfüllt sich hier in der Bauherrengemeinschaft Bork/Porath den Traum von einer Fischereipension. "Und wenn ich einmal 100 Jahre alt bin, werde ich hier auf einem der Balkons sitzen, meinen Blick über den See schweifen lassen und ein Pfeifchen rauchen", schwärmt der 50-Jährige schon heute. Nach dem Klettern über die Bauleiter ins Obergeschoss wird klar, dass da nicht zu viel versprochen wurde. Ein solches Panorama muss man erst einmal finden! Zwei Ferienwohnungen mit je zwei Räumen, offener Küche, Bad und Schlaf boden, letzterer ebenfalls mit Wasserblick, lassen sicherlich keine Wünsche offen. Darunter im Erdgeschoss ist ein Café geplant, dass der Versorgung der Urlauber ebenso dienen wird wie der Laufkundschaft und das am Abend zur Bar wird. Bis dahin wird aber noch einiges Havel wasser durch die Woblitz fließen. Letztlich gehe der Beruf vor, und die Pension wird mit viel Eigenleistung hochgezogen, betont der Fischer. Das von der Stadt erworbene Traumgrundstück sei nicht eben billig ge wesen, und so geben sich aus Kostengründen auf der Baustelle einheimische Firmen und Bork nebst Mitstreitern die Klinke in die Hand. Vor einem Jahr wurde der Auftakt vollzogen, im Mai 2012 soll das Gebäude bezogen sein. Nicht unerwähnt lassen möchte der Bauherr, wie kooperativ sich die Umweltbehörde gezeigt hat. Dieter Bork gehört zu der Generation der Havelfischer, die von den Flossentieren allein nicht mehr leben können. Deshalb mühen sie sich schon seit längerer Zeit, im Tourismus ein zweites Standbein zu finden, mit Ferienunterkünften, mit Läden, mit Bootsanlegern. "Fischerei und Fremdenverkehr gehören einfach zusammen", ist sich der Mirower sicher. Und gibt immer gern Auskunft: "Wir freuen uns über jeden Besucher auf dem Hof."

 

 

Quelle: Nordkurier vom 02.03.2011




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