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Nachhaltige zivile Nutzung wird gefordert
verwaltungsgericht Berlin-Brandenburg verzichtete der Verteidigungsminister am 9. Juli 2009 auf den Luft-/Boden-Schießplatz Kyritz-Ruppiner Heide, kurz Bombodrom genannt.
Am 21. April 2010 verkündete der damalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den endgültigen Verzicht auf eine militärische Nutzung. Die Aktionsgemeinschaft "Freier Himmel"
ist dennoch aktiv. Mit Barbara Lange, 1. Sprecherin der Gemeinschaft, redete Hartmut Nieswandt darüber.
Jüngst wandten Sie sich mit dem Vorschlag zu einer Entschließung an den Kreistag von Mecklenburg-Strelitz.
Dabei ging es uns unter anderem darum, dazu beizutragen, dass die zivile Nutzung des Bombodroms nachhaltig und grenzübergreifend gesichert wird. Dafür arbeitet die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide, die vor einem Jahr gegründet wurde. Wir treten dafür ein, dass der Kreistag die Kontakte der Kreisverwaltung zur Arbeitsgemeinschaft und deren Ausbau unterstützt.Der Kreistag steht zur Erschließung und verabschiedete sie am 2. März.
Was will diese Arbeitsgemeinschaft?
Sie arbeitet für die Entwicklung des sanften Tourismus. Und das nicht nur isoliert auf einem Teil der 12.000 Hektar der Kyritz-Ruppiner Heide, sondern vernetzt im gesamten Gebiet von Nord
brandenburg und Südmecklenburg. Das würde Fakten schaffen gegen eventuelle Begierden, in Zukunft wieder über eine militärische Nutzung nachzudenken.
Gibt es Beziehungen zwischen dem Freien Himmel und der Arbeitsgemeinschaft?
Wir sind einbezogen als Gast mit beratender Stimme, sind dort also dran am Geschehen.
Die Aktionsgemeinschaft Freier Himmel wurde am 30. Januar 2002 gegründet, Trotz alldem, was noch zu tun ist, wird es sie irgendwann nicht mehr geben.
Was geschieht mit den Erfahrungen und Materialien?
Wir haben immer gesagt, dass unser Ziel die Abschaffung der Aktionsgemeinschaft ist, weil sie nicht mehr gebraucht wird. Wir wollen kein ehrendes Gedenken, sondern dann als Mutmacher dagegen dienen, dass Menschen resignieren und sagen: Das hat ja doch keinen Zweck. So schaut zum Beispiel die Bürgerinitiative Umgehungsstraße Mirow auf den Freien Himmel, der mit Mut und Ausdauer und gemeinsam mit anderen sein Ziel dennoch realisiert hat.
Das haben wir ebenso mit Freude aufgenommen wie beispielsweise das Engagement von vielen Bürgern gegen das Gazprom-Projekt in der Feldberger Seenlandschaft.
Auf welche Weise können die Erfahrungen des Freien Himmels gesichert werden?
Zum Beispiel nahmen wir Kontakt zur Landeszentrale für Politische Bildung in Schwerin auf. Möglichkeiten wären ein Buch, eine Ausstellung oder auch Arbeitsmaterialien für Schulen. Unterlagen haben sich seit 2002 in ausreichendem Maß angesammelt. Wenngleich die Aktionsgemeinschaft weiter arbeitet: Sicher haben Sie dennoch mehr Freizeit.
Ja, es ist etwas ruhiger geworden nachdem wir das Bombodrom am 1. Mai 2010 im Mirower See am Strandbad Mirow feierlich bestatteten. Und ich habe nach der langen, angespannten Zeit keine Scheu, diese Ruhe auch im Sinne der Familie zu genießen. Ich bin froh, dass ich über die Möglichkeit verfüge, den Alltag ruhiger bewältigen kann - zum Beispiel auch im Gemischten Chor Lärz.
Wann ist der Freie Himmel demnächst wieder aktiv?
Am morgigen Donnerstag findet um 19.30 Uhr im Hotel Mecklenburger Hof in Mirow unsere nächste Mitgliederversammlung statt. Alle Interessenten sind herzlich dazu eingeladen.
Quelle: Nordkurier vom 16.03.2011




