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Mirow: Nachtfahrverbot genehmigt
Waren. Für die geplagten Mirower stehen endlich etwas ruhigere Nächte in Aussicht. Wie der Landrat des Kreises Mecklenburg-Strelitz, Heiko Kärger (CDU), gestern auf Nordkurier-Nachfrage erklärte, habe er am Wochenende die Genehmigung aus dem Landes-Verkehrsministerium in Schwerin erhalten, ein Nachtfahrverbot für Lkw in Mirow durchzusetzen.
Damit droht unter anderem auf den Bundesstraßen 193 und 192 eine Zunahme des "Brummi"-Verkehrs. Denn Laster, die auf ihrer Fahrt durchs Land nicht mehr über die B 198 in Mirow fahren dürfen, werden nunmehr die Bundesstraßen nördlich und südlich der Kleinstadt nutzen.
Erst vor wenigen Tagen hatten der Müritzkreis und die Stadt Waren ein Ansinnen aus Neustrelitz, den Verkehr vor Mirow auch über die Straßen des Müritzkreises umzuleiten, abgelehnt. "Hohe Verkehrsbelastung und zahlreiche Unfälle haben uns zu der Ablehnung bewogen", sagte Detlef Werner, Sprecher der üritz-Kreisverwaltung. Das Einverständnis des Müritzkreises und der Stadt Waren gelten als wichtige Voraussetzung für die Genehmigung einer Umleitung durch das Verkehrsministerium.
Außerdem, so hieß es weiter, habe auch das Straßenbauamt in Brandenburg einer Umleitung in Richtung Wittstock widersprochen.
Die Strelitzer Kreisverwaltung hat sich offenbar durch einen "Kunstgriff" zu helfen gewusst: "Wir machen Mirow dicht und weisen trotzdem keine Umleitung aus", so Landrat Kärger. Dieser "Coup" sei in Schwerin genehmigt worden. Ab wann genau Mirow jetzt allerdings nachts für "Brummis" dichtgemacht wird, konnte er gestern noch nicht sagen.
"Vorher ist eine Menge zu klären", so Landrat Heiko Kärger weiter. So müsse man noch genau überlegen, wo schon auf das Nachtfahrverbot in Mirow hingewiesen werde, damit alle Lkw sich rechtzeitig auf Alternativstrecken einstellen können.
Mirow leidet seit langem unter dem Verkehrslärm der durch autobahnmeidende Lkw ausgelöst wird. "Man hat in Mirow nachts bei Lärmkontrollen bis zu sieben Dezibel gemessen", so Kärger. Ab drei Dezibel gilt Lärm bereits als gesundheitsschädlich. "Ich bin also gezwungen, etwas zu unternehmen."
Protestaktionen wie in Mirow, wo sogar schon Hungerstreiks angekündigt worden waren (der Nordkurier berichtete), könnten nach Inkrafttreten des Nachtfahrverbotes in der Kleinstadt damit bald in anderen Gemeinden kommen.
Quelle: Nordkurier vom 21.06.2011




