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Wesenberger Tafel seit einem Monat aktiv
Wesenberg. Nach gut einem Monat Erfahrung mit der Tafel-Arbeit in Wesenberg setzten sich die Aktivisten zusammen, um sich über Erfahrungen auszutauschen.
Zu Gast waren sie bei Pastor Torsten Morche, weil die Tafel unter dem Dach der Kirchgemeinde geführt wird. Bis zu 30 Personen kommen zu den Ausgabeterminen in den Saal der Wohnungsgenossenschaft, um Lebensmittel abzuholen. "Dahinter stehen rund 40 Haushalte etwa 90 Personen, darunter viele Kinder, betrifft es. Wir unterstützen also überwiegend Familien mit Kindern und nicht lediglich Alkoholabhängige, wie uns von verschiedenen Seiten nachgesagt wird", erklärt Torsten Morche. Und eine der Aktiven, die regelmäßig Lebensmittel ausgibt, ergänzt, dass nur drei Alkoholabhängige dabei sind.
Der Pastor betont, dass alle Tafel-Aktivisten ihre Arbeit ehrenamtlich leisten. Und die Bedürftigen unter den Aktiven würden genauso wie alle anderen ihre Marke ziehen und sich anstellen. Was die Ausgabe betrifft, erläutert Torsten Morche, dass unterschiedslos alle, die einen gültigen HartzIV-Bescheid vorzeigen, auch Lebensmittel erhalten. Es bleibt Anonymität gewahrt, Namen spielen keine Rolle, wenngleich sich in einer Kleinstadt wie Wesenberg viele Einwohner kennen. Er weist darauf hin, dass sich auch Menschen mit geringem Verdienst oder kleiner Rente an der Ausgabestelle beraten lassen können, dazu möchten sie alle nötigen Papiere wie zum Beispiel den Wohngeldbescheid mitbringen.
Die Tafel-Aktiven treffen immer wieder auf Zweifel oder Skepsis, was die Bedürftigkeit oder Armut in Wesenberg betrifft, die eine Tafel notwendig macht. "Diese Armut sieht man kaum oder nicht in der Kleinstadt. So waren auch im Kirchgemeinderat skeptische Worte zu hören", berichtet der Pastor.
Er und die anderen Aktiven sind den bisherigen Spendern von Lebensmitteln, Geld und Sachwerten dankbar. "Was uns noch fehlt, sind Geldspenden. Denn wir haben Ausgaben zum Beispiel für den Transport, Telefonkosten und die Mitgliedschaft im Landesverband der Tafeln", schildert Torsten Morche. Auch die Kleingärtner werden um Spenden gebeten, wenn sie die Obst- oder Gemüseernte allein gar nicht verzehren können. Sie können sich dann im Pfarrhaus unter der Rufnummer 09832-20431 melden, Obst und Gemüse werden dann von der Tafel abgeholt.
Die Wesenberger Tafel, die eine Zweigstelle der Neustrelitzer Tafel ist, aber ganz selbstständig arbeiten kann, verändert ihre Ausgabezeiten. Während bisher montags die Lebensmittel verteilt wurden, erfolgt das jetzt immer mittwochs um 15 Uhr in der Wohnungsgenossenschaft. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass am Wochenende zum Montag nicht so viel für die Tafel bleibt, darum jetzt mittwochs", erklärt Torsten Morche.
Quelle: Nordkurier vom 08.07.2011




