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Zu Gast im Samidorf in Strasen
Strasen. Gestern hatten Cornelia und Andreas Hoffmann, die sich seit zwei Jahren in Strasen der Rentierzucht widmen, die erste Reisegruppe zu Gast.
Gut 50 Mitglieder des Union-Seniorenkreises Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) stiegen um 9.30 Uhr aus ihrem Bus und gingen in das "Sami-Dorf", das sich die Hoffmanns mittlerweile aufgebaut haben. Mit dieser ersten Reisegruppe schafften die Strasener einen großen Schritt auf ihrem Weg beim Aufbau und der Festigung der eigenen wirtschaftlichen Existenz, schätzten Cornelia und Andreas Hoffmann erfreut ein.
Interessiert hörten die Senioren dem gelernten Tierpfleger Andreas Hoffmann zu, als der berichtete, warum man sich vor zwei Jahren entschlossen hatte, sein Glück mit Rentieren zu versuchen. "Wir haben uns mehr als ein Jahr vorher mit den Tieren und ihrer Haltung vertraut gemacht, bevor wir uns entschieden haben, die Vierbeiner aus der Finnmark in Norwegen und aus Nordschweden nach Mecklenburg zu holen", schilderte er. Mittlerweile gibt es im Sami-Dorf, das nach den skandinavischen Ureinwohnern benannt ist, auch eine Imbisseinrichtung, in der die Gäste aus Skandinavien eingeführtes Rentierfleisch probieren können.
Das zielt auf ein weiteres wirtschaftliches Standbein, das sich die Hoffmanns schaffen wollen. Ab 2012 soll eine Mastherde aufgebaut werden, zu der es aber keine engen Beziehungen wie zur jetzigen zahmen Herde zwischen Mensch und Tier geben wird. "Das Rentierfleisch ist bei Kennern sehr gefragt, es hat nur drei bis 3,5 Prozent Fett und ist sehr mineralstoffreich und gut verträglich. Natürlich hat es durch die kompliziert Aufzucht seinen Preis", erklärte Andreas Hoffmann. Weitere, bereits umgesetzte Ideen der Unternehmensphilosophie, sind zum Beispiel Rentier-Trekking oder die Weihnachtsmärkte, auf denen Rentiere besonders gern gesehen sind. Im Strasener Sami-Dorf können Tierfreunde die Rentiere erleben. Gisela Zabel gehörte gestern zur ersten Reisegruppe im Sami-Dorf. "Es ist für mich bewegend, wenn Menschen so ein wirtschaftliches Risiko auf sich nehmen und wie sie für den Aufbau ihrer Existenz kämpfen", sagte sie.
Quelle: Nordkurier vom 18.07.2011




