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Natur profitiert von verregnetem Juli


Urlaubern und Strelitzern geht das Wetter der vergangenen Tage und Wochen mächtig gegen den Strich. Aus Sicht der Gewässerspezialisten war der verregnete Juli jedoch nicht der Schlechteste.

 

"Für den Wasserhaushalt der Seen ist der viele Regen positiv zu bewerten", sagt Joachim Kobel vom Müritz Nationalpark. Mit dem Klimawandel gingen die Prognosen eher von längeren Trockenheitsperioden und steigenden Durchschnittstemperaturen aus. In den vergangenen Jahren sei in der Region so auch das Phänomen sinkender Wasserstände und Grundwasserspiegel zu beobachten gewesen, erklärt Joachim Kobel. Bestes Beispiel ist dafür der Fürstenseer See. Hat der Pegel 1997 hier noch durchschnittlich 1,45 Meter angezeigt, sank er bis 2008 auf einen Meter. Bootsschuppen und Stege stehen am Ufer inzwischen auf dem Trockenen.

 

"Der Wasserstand korreliert mit den Niederschlägen", zeigt Joachim Kobel anhand der entsprechenden Diagramme. Beim Fürstenseer See, der ein Grundwassersee ohne Zu- und Abflüsse ist, sind die Juli-Niederschläge daher deutlich in der Statistik zu sehen. So machte der Wasserpegel in der vorigen Woche einen Sprung um 12 Zentimeter von 1,30 Meter auf 1,42 Meter. Da die langjährigen Prognosen von mehr Trockenheit ausgehen, könne man also von einer Entspannung des Wasserhaushaltes und der Landschaft sprechen. Denn der Regen fördere natürlich auch das Wachstum der Wälder und Moore, spannt Joachim Kobel der Bogen weiter.

Die Niederschlagsmengen hatten bis zum Ende der vergangenen Woche für den Monat Juli schon bei weit über 100 Liter pro Quadratmeter gelegen. "57 Liter wäre das normale Mittel für Juli gewesen", sagt Kobel. Wie stark der Regen die Pegel beeinflusst, hänge vom Gewässertyp ab. Das müsse lange nicht so deutlich wie in Fürstensee ausfallen. Etwa 60 Oberflächen- und Grundwasserpegel stehen im Nationalpark verteilt, wo je nach Bedeutung mehrmals in der Woche oder im Monat abgelesen wird. Für die ganze Region mit Flußseen und Quellseen schätzt Kobel den Anstieg der Wasserstände auf mindestens drei bis fünf Zentimeter. "Fahrgastschiffe und Paddler kommen also noch unter Brücken hindurch. Da ist noch genug Platz", so der Nationalparkmitarbeiter. 

 

 

Quelle: Nordkurier vom 02.08.2011




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