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Ausstellung auf der Mirower Schlossinsel


Sogar ein Artikel aus dem Nordkurier, der über ihre „Wut über das drohende Bombodrom“ berichtet, ging ein in die künstlerische Arbeit der Grafikerin Hildegard Böhm.

Mirow. Sogar ein Artikel aus dem Nordkurier, der über ihre „Wut über das drohende Bombodrom“ berichtet, ging ein in die künstlerische Arbeit der Grafikerin Hildegard Böhm. Der Artikel wurde Bestandteil einer Collage, mit dem sie ihre Meinung zum geplanten Schießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide ebenso wie zur Allgegenwärtigkeit von Krieg zum Ausdruck bringt. Zur Collage gehört auch ein Zitat aus dem Jahr 1947 von Johannes R. Becher, dem Dichter und späteren DDR-Kulturminister. „Becher war allseits unbeliebt, von unten und von oben. 1947/48 schrieb er Tagebuch. Das gab er aber bald wieder auf, denn Tagebuchschreiben lohnt sich nur, wenn man es offen ehrlich macht. Aber das Zitat von ihm ist zeitlos und charakterisiert auch das, was wir schlimm finden am Bombodrom“, erklärt Hildegard Böhm den Hintergrund. Im Zitat ist die Rede davon, „als seien wir eher in der Lage, den Menschen zum Verschwinden zu bringen, als eine neue Menschenordnung zu begründen…“
Zu sehen ist diese Collage neben vielen anderen Arbeiten der Grafikerin in der Johanniterkirche auf der Mirower Schlossinsel. Und diese Collage ist auch gleich ein Material gewordenes Zeichen der Vielseitigkeit und Neugier von Hildegard Böhm. Einst stickte sie das Zitat mit einer Nähmaschine auf den Rücken eines Wandteppichs, für die Collage wurde es kopiert. „Als neuzeitliches Hilfsmittel habe ich für mich den Kopierer entdeckt, der mir hilft, die künstlerische Absicht zu verwirklichen.“
Wichtig in ihrem Schaffen – die Ausstellung zeigt Arbeiten, die seit der Studienzeit entstanden – ist ihr zum Beispiel auch die Frage: Wohin geht der Mensch nach dem Tode? „Mit dem Tod hört das Leben nicht auf, sondern es geht in eine andere Dimension über“, sagt Hildegard Böhm überzeugt. Und ebenfalls um das auszudrücken, fand sie die künstlerische Sprache, wovon man sich in der Ausstellung überzeugen kann.
Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Man kann Hildegard Böhm auch auf dem „Kunsthof“ zwischen Diemitzer Schleuse und Canow, ihr und ihres Mannes Lebens- und Arbeitsort mit großem Atelier, besuchen (täglich 10 bis 18 Uhr).

Quelle: Nordkurier vom 24.08.2007




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