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Seenfischerei feiert ihr 20-jähriges Jubiläum


Wesenberg. Ein bekannter Betrieb der Region feiert Geburtstag: Die Seenfischerei Obere Havel e. G. mit Sitz in Wesenberg feiert ihren 20.

 

Hervorgegangen ist die eingetragene Genossenschaft aus dem VEB Binnenfischerei Neubrandenburg, Sitz Prenzlau, Fischereiabteilung Wesenberg.

 

Horst Bork und sein Sohn Wolfgang Bork können sich noch sehr gut erinnern, waren sie doch beide dabei. Und beide sind dem Betrieb nach wie vor verbunden wie einem Kind - Horst Bork arbeitete von 1991 bis 1996 als Vorstandsvorsitzender, bevor er in den (Un)Ruhestand ging - und die gute Seele der Genossenschaft und erstklassiger Kenner der Heimatgeschichte blieb. Wolfgang Bork übernahm vor 15 Jahren den Vorstandsvorsitz und hofft, dass sein Sohn Martin Bork, der sein Studium des Fachbereichs Fischerei an der Berliner Humboldt-Universität bereits abschloss, die Familientradition einmal fortführen wird.

 

Im Nordkurier-Gespräch in der großen Fischerei-Ausstellung, die Horst Bork auf der Wesenberger Burg zusammentrug, blicken beide zurück. Zehn Fischer gründeten vor 20 Jahren die Genossenschaft, hinzu kamen acht weitere Kollegen, die zum Teil aus Altersgründen keine Mitglieder, aber Mitarbeiter werden wollten. Die kontroversen Diskussionen damals um Einzelausgründungen von Fischern "wurden von der Vernunft besiegt, wir blieben zusammen", berichtet Wolfgang Bork.

 

Und dann stand nicht nur eine schwierige Aufgabe vor dem jungen Betrieb. Bisher befasste er sich nur mit dem Fang, Vermarktung kam nicht vor, musste aber erlernt werden, sollte der Betrieb überleben. Also wurde das Marketing aufgebaut. Vorher informierten sich Betriebsvertreter in Plön (Schleswig-Holstein), wie das funktioniert. "Fangtechnisch waren wir dem Unternehmen Jahre voraus, aber über ihre Vermarktung, den Verkauf, staunten wir", erinnert sich Wolfgang Bork.

 

"1992 schafften wir den ersten Verkaufswagen an, mit dem wir dann über Land fuhren", erzählt Horst Bork. Zugleich erinnert er sich, dass die Wendezeit nicht nur aus Erfolgserlebnissen bestand. "1990 haben sie uns ganz groß betrogen, als wir noch GmbH waren. 60 Tonnen Fisch von uns wurden verpackt und eingefroren, gingen nach Russland. Wir haben nie einen Pfennig dafür gesehen", ist er auch heute noch ein bisschen wütend darüber.

 

So richtig Fuß fasste die Genossenschaft im Jahr 1997, erklärt Wolfgang Bork. In diesem Jahr verkaufte ihnen die Treuhand die Immobilien zum Beispiel in Wesenberg und Mirow. "Jetzt hatten wir Rechtssicherheit für unsere Investitionen, die von 1997 bis 2000 in großem Maße erfolgten", blickt Wolfgang Bork zurück. Als sehr wichtig für das Unternehmen schätzt er auch den Abschluss der Pachtverträge für die Gewässer mit dem Land und den Kommunen im Jahr 1993 ein.

 

Die Seenfischerei beschäftigt heute 18 Festangestellte, darunter zwei Azubis. Im Sommer kommen noch zehn bis zwölf Saisonarbeitskräfte hinzu. Nächstes Ziel ist die Verbesserung der Wertschöpfung, das heißt, das jeder einzelne Fisch gut vermarktet werden soll. Aber erst einmal wird gefeiert.

 

 

Quelle: Nordkurier vom 23.10.2011




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