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Martinstag in Wesenberg
Wesenberg. Zum Martinstag lädt auch in diesem Jahr die Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Wesenberg wieder ein.
Am Freitag, dem 11. November, beginnt in der Kirche St. Marien das Martinsspiel, das die Kinder der DRK-Kita „Spatzenhus“ aufführen. Danach singen der Grundschulchor „Wesenberger Schulspatzen“ und Pastor Torsten Morche gemeinsam. Der Laternenumzug führt von der Kirche zur Burg. Mit dabei ist das Martinspferd. Dort gibt es zum Beispiel die Martinshörnchen. „Jeder muss sich einen Partner suchen, mit dem er das Hörnchen teilt – so wie einst Martin den Mantel“, erzählt Torsten Morche den Brauch, den er sich ausdachte.
Der Martinsbrauch wird in Wesenberg höchstwahrscheinlich erst seit dem Jahr 1991 gepflegt. Dass es ihn schon früher gab – darüber liegen keine Quellen vor, berichtet der Pastor. Vor 20 Jahren soll den Brauch ein Vikar aus der Gegend von Frankfurt/Main an die Woblitz gebracht haben. Überliefert ist aus diesem Jahr, dass der Umzug wegen strömenden Regens im Innenraum der Kirche stattgefunden hat, ergänzt Torsten Morche.
Der Martinstag geht zurück auf Lichtprozessionen der Kirche in ihrer frühen Zeit. Diese Prozessionen fanden statt bei jedem Abendgottesdienst, das war fast täglich, erzählt Torsten Morche. Später verlor sich der Brauch, tauchte aber im 5./6. Jahrhundert im Zusammenhang mit den Heiligen-Prozessionen wieder auf, da auch im Zusammenhang mit dem Heiligen Martin, der 397 starb, nachdem er Bischof von Tours gewesen war. „Er ist der erste Heilige, der eines natürlichen Todes starb, alle anderen waren Märtyrer. Martin gilt als heilig wegen seines vorbildlichen Lebenswandels“, erklärt Torsten Morche. Als er seinen Mantel mit dem Bettler teilte, war er römischer Soldat. Und nachdem er den Mantel geteilt hatte, erschien ihm Christus. Das war sein Bekehrungserlebnis, er wurde Christ – bescheiden, klug und tatkräftig, erzählt Torsten Morche zur Martinsgeschichte.
Quelle: Nordkurier vom 07.11.2011




