Informationen
Neuigkeiten
Veranstaltungen
Frage des Monats: Wie erkunden Sie die Kleinseenplatte?
Wettervorhersage
Neuigkeiten im Archiv
Biogasanlage ist vom Tisch
Wesenberg. Der Plan für die Wesenberger Biogasanlage in seiner jetzigen Dimension ist vom Tisch.
Die Stadtvertreter stimmten mehrheitlich gegen den entsprechenden vorhabenbezogenen Bebauungsplan (zwölf Nein-Stimmen, eine Enthaltung, zweimal Ja). Vor der Abstimmung argumentierte Bürgermeister Helmut Hamp (BfW): „Wir sollten nicht grundlegend dagegen sein, aber diese enorme Größe mit einer Kapazität von 1,6Megawatt ablehnen. Und dem Investor damit die Möglichkeit geben, ein zweites Angebot vorzulegen.“
Vorher diskutierten die Abgeordneten ausführlich und zum Teil auf emotionale Weise das Thema. Adolf Troyke (CDU) befürchtet, dass sich die Region in eine Mais-Monokulturlandschaft verwandelt, weil sich diese Pflanze am besten für die Biogasanlage eigne und in großem Umfang benötigt würde. Wenngleich er es andererseits positiv sehen würde, wenn die Ruinenreste der 6000er-Jungrinderanlage an der Straße zwischen Wesenberg und Wustrow verschwänden, weil dieser Platz als Standort für die Biogasanlage vorgesehen sei.
Elke Peters (Linke) gab zu bedenken, dass allein für die Versorgung der Biogasanlage, die im ersten Bauabschnitt mit einer Kapazität von 800 Kilowatt entstehen soll, jährlich 1600 Sattelzüge mit je 40 Tonnen Pflanzenmaterial verkehren müssten. Die Transportentfernungen wären sehr hoch. Denn weder in den ausgedehnten Wäldern der Region noch im Nationalpark könnten Pflanzen für das Biogaswerk angebaut werden. Die B 122, an der die Biogasanlage stehen würde, sei nicht ausgelegt für den sich ergebenden Großverkehr, warf Carina Zell (Linke) ein. Da es keinen Radfahrweg gebe, würden die Zweiradfahrer in diesem Tourismuszentrum zunehmend gefährlicher leben.
Andererseits würde die Biogasanlage Handwerkern bei der Errichtung und Instandhaltung Arbeit bringen, gab Uwe Gestewitz (Bündnis 90/Die Grünen) zu bedenken. Außerdem könne man den Landwirten nicht vorschreiben, was sie anbauen, schließlich müssten auch die schwarze Zahlen schreiben. Für die Ablehnung der seiner Meinung nach viel zu großen 1,6 Megawatt-Kapazität sprach sich Thomas Splett (CDU) aus. Weil sich der Transport von Mais aus Entfernungen von 50 Kilometern und mehr wirtschaftlich nicht rechnen würde, läge die Gefahr nahe, dass sich die Landschaft rund um Wesenberg in eine von Mais geprägte verwandele.
Helmut Hamp berichtete, dass er aus seiner Tätigkeit als Bürgermeister seit 2001 genau wisse, wie schwer es sei, Investoren nach Wesenberg zu holen. Das Gewerbegebiet am Pump sei seit 1994 kaum gewachsen, das Schützenhaus-Quartier, an dem touristisches Gewerbe angesiedelt werden sollte, stünde nach wie vor leer. „Wir können nicht allein vom Tourismus leben“, betonte der Bürgermeister. Darum sei es um so wichtiger, sich eine Tür offen zu halten – wenngleich er wie viele Stadtvertreter die Dimension der Anlage, nicht aber die Idee ablehne.
Quelle: Nordkurier vom 30.11.2011




