Informationen
Neuigkeiten
Veranstaltungen
Frage des Monats: Wie erkunden Sie die Kleinseenplatte?
Wettervorhersage
Neuigkeiten im Archiv
Bauern treiben Wildgänse die Sorgenfalten ins Gesicht
Müritzkreis / Strelitzer Land. Den Landwirten treibt es die Sorgenfalten ins Gesicht: Tausende von Wildgänsen sind gegenwärtig wieder auf den Äckern zu beobachten.
Dabei sind es gar nicht mal die Fraßschäden, die die schnatternden Vertreter auf ihrer Rast anrichten. Der ausbleibende Frost und der fehlende Schneefall lässt sie länger als gewöhnlich hierzulande verweilen, und die Flächen sind durch Regen und milde Witterung derart aufgeweicht, dass es in der Matsche zu gravierenden Schäden allein durch das Herumstehen, beziehungsweise in diesem Fall das Herumwatscheln, kommt, wie auch Thomas Diener, Vorsitzender des regionalen Bauernverbandes Müritz, befürchtet.
„Die Trittschäden sind wirklich nicht in Abrede zu stellen“, sagt dazu der Röbeler Ornithologe Rainer Schwarz, der die Tiere beobachtet und die Bestände zählt und dokumentiert. Dabei sei die Anzahl der auftretenden Wildgänse für die Jahreszeit unter Beachtung der Witterung „keine Überraschung, und es handelt sich auch nicht um eine Bestandsexplosion, wie man annehmen könnte“, wie Rainer Schwarz versichert. Auch in den Jahren zuvor traten die Wildgänse, und hier vor allem Saat- und Blessgänse, gehäuft auf. 1000 oder 2000 Tiere bis hin zu 6000 bis 7000, die sich in der Fläche verteilen, seien „ganz normal“. Bei Melz, Kieve, Dambeck oder im Ludorfer Raum, überall gebe es derzeit große Vorkommen. Wenn die Flächen gut bestockt sind, sprich das Wintergetreide mehrere stabile Halme ausgebildet hat, hielten sich die Fraßschäden in Grenzen. Bei spät gedrillter Saat allerdings käme es zu teils massiven Ausfällen.
Hier vertritt Rainer Schwarz die Meinung, dass Landwirte, die nachweislich Schäden haben, damit seitens der Politik nicht allein gelassen werden dürften und das Ringen um Entschädigungen Gehör finden sollte – was aber zunehmend schwieriger werde. Er rät allerdings davon ab, die Vögel in Eigeninitiative aufzuscheuchen, um sie von den Flächen zu vertreiben. „Der Grundsatz ist der: Je weniger die Gänse aufgejagt werden, um so weniger Energie verbrauchen sie, um so weniger fressen sie, um so geringer sind die Schäden“, verdeutlicht Rainer Schwarz.Die Wildgänse machen auf ihrem Zug aus den Brutgebieten Rast in der Region. Sie kommen aus dem Nordischen Raum, aus der Arktischen Tundra, wie Rainer Schwarz aufzeigt.
Ein Teil der Gänse zieht schnell weiter in Richtung Niederrhein, Holland, ein Teil verweilt im Müritzgebiet. „Das können bis zu 6000, 7000 Stück sein“, erläutert Rainer Schwarz. Ein ihm bekannter Schlafplatz ist der Große Schwerin, von wo aus die Wildgänse morgens zu ihren Äsungsflächen aufbrechen und mehrmals am Tag hin- und herfliegen.
Quelle: Nordkurier vom 04.01.2012




