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Leussower Dorfverein - eine Bilanz


Leussow. Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung. Und die der T-Shirts mit der Aufschrift „Ut Leussow“, von denen der Dorfverein zum Sommerfest im vergangenen Jahr an die 70 Stück unter die Leute gebracht hat.

 

Sicher wurde die Farbe gewählt, um die Nähe zur Natur und zum Nationalpark zu symbolisieren. Aber Hoffnung kann der Dorfverein mit Anke Schwirrath an der Spitze auch gebrauchen, und davon jede Menge.


„Die Zeit der Riesenaktionen ist eigentlich vorbei, auch wenn wir mit dem Gemeindefest noch einmal gezeigt haben, was in uns steckt“, blickt SchatzmeisterinEvelyn Tesch zurück. „Jedes Jahr müssen wir diesen Stress nicht haben, auch wenn es irgendwie Spaß gemacht hat. Die ganze Vor- und Nachbereitung hatte was von leben und arbeiten in Kommune.“


Letztlich habe der Verein damals viele zusätzliche Helfer gefunden, ein Zustand, der im Alltag oft nicht herrscht. Von den 80 Einwohnern Leussows seien zwar 20 Vereinsmitglieder, aber über die Jahre werde es eben immer schwerer, den alten Elan heraufzubeschwören. Klar fehlten der Nachwuchs und die „Generation 30“.


Nach der Orgelweihe im vergangenen Monat hatte der Verein zur Weihnachtsfeier in den ehemaligen Dorfkonsum eingeladen, der sich jetzt im Eigentum der Gemeinde befindet. Das Gebäude warohnehin schon in einem maroden Zustand, ein Wasserrohrbruch hat es nicht besser gemacht. Die Reinigungsaktion vor der Adventsfeier hat den unerschrockenen Beteiligten alles abverlangt, wie Evi Tesch erzählte. Auch hier sei eine Wende zum Besseren zu erhoffen, denn nach dem Verlust der „Alten Schmiede“, deren Eigentümer vor Längerem aufgegeben hat, ist der Dorfgemeinschaft nur der Klub als Anlaufpunkt geblieben.


Ein Blick in einen Archivordner des Vereins erinnert an die Gründerjahre in den Neunzigern. Zunächst hatte Bürgerprotest dieLeute zusammengeschweißt. Es galt, gegen eine geplante Golfanlage und gegen den Anschluss Leussows an die Großkläranlage Mirow zusammenzustehen. „Irgendwann wollten wir dann nicht nur gegen was sein, sondern auch etwas für das Dorf tun“, so Evi Tesch. Und es wurden noch richtige Jahrespläne gemacht.


Einige Höhepunkte wurden über die Zeiten gerettet, wie etwa das Chorkonzert, das Osterfeuer oder zuletzt auch wieder regelmäßig die Weihnachtsfeier. Heutzutage geschehe so manche Aktion eher spontan. „Mir ist vor allem wichtig, dass die Leute zusammenkommen, miteinander reden“, betont die Schatzmeisterin. Und das sei allemal besser als nichts.

 

Im Vergleich zu anderen Dörfern in der Umgebung sei in Leussow noch viel los. „So lange wir da sind, wird es auch den Verein geben“, versichert Evi Tesch. Es brauche einfach immer Leute, die die Zügel in die Hand nehmen.

 

Quelle: Nordkurier vom 14.01.2012




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