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Zehnjähriger Gründungstag "Freier Himmel"
Mirow. „Seid herzlich bedankt dafür, dass ihr uns die Flieger vom Hals gehalten habt“, rief Manfred Smentek, Inhaber des Restaurants „Seerose“ in Granzow am Montagabend seinen Gästen an der langen Tafel zu und erhob sein Sektglas.
Bei diesen Gästen handelte es sich um die aktivsten Mitglieder des „Freier Himmel“ e. V., die sichtrafen, um am zehnjährigen Gründungstag ihrer Aktionsgemeinschaft einen Blick zurück zu werfen. Und andererseits schlug Barbara Lange, 1. Sprecherin des „Freien Himmel“, vor, dass sich die Gemeinschaft bei einer abschließenden Versammlung am 24. Mai auflöst. Denn ihr Ziel, die Verhinderung der militärischen Nutzung des Bombodroms, war am 9. Juli 2009 erreicht. „Sektkorken knallten gestern Abend spontan auf dem Mirower Marktplatz. Das aus dem Bundesverteidigungsministerium verkündete Ende des Bombodroms wurde von vielen, die in den vergangenen Jahren mitgekämpft haben, gefeiert. Der Sieg ist der Protestbewegung zu verdanken. ,Das Bombodrom ist tot‘, jubelte Barbara Lange“, hieß es am 10. Juli 2009 in der Strelitzer Zeitung.
Die Sprecherin des Aktionsbündnis betonte aber auch, dass es nach dem Aus für das Bombodrom nun um eine zivile Nutzung derKyritz-Ruppiner Heide geht. Man sollte das über Jahrzehnte der Natur entrissene Areal endlich wieder in die Landschaft integrieren und extensiv nutzen. Diesen Gedanken wiederholte sie auch in der Runde am Montagabend.
Im Rückblick sagte Karlo Schmettau, Mitbegründer des Aktionsbündnisses und heute Mirower Bürgermeister, dass es schade ist, den „Freien Himmel“ aufzulösen, ein solches Bündnis erfahrener Bürger mit Zivilcourage werde man kaum wieder sammeln können. Zu den Höhepunkten in der Geschichte des „Freien Himmel“ zählt Gerhard Schneider die „1.Wasserdemo“ am Mirower Strandbad und auch die spektakuläre „Oben-ohne-Demonstration“ in Berlin. Barbara Lange betont noch einmal, dass der Fall des Bombodroms nur durch den konsequenten Widerstand mehrerer Organisationen erreicht werden konnte.
Gegenwärtig bereitet das Aktionsbündnis eine umfangreiche Ausstellung über den Bürgerprotest gegen das Bombodrom vor, die am 1. Mai im Turm der Johanniterkirche eröffnet wird.
Quelle: Nordkurier vom 01.02.2012




