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Neues Bioenergiewerk in Mirow


Mirow. Ab April sollen sich am B198-Bahnübergang kurz vor Mirow entlang der Gleise die Kräne drehen. „Dann entsteht für rund 3,5 Millionen Euro auf einer Fläche von 1,6 Hektar das neue Bioenergiewerk. Nach einer Bauzeit von rund sechs Monaten wollen wir im November auf Volllast sein“, erläutert Michael Stützel, Geschäftsführer der Bioenergie Mirow GmbH.

 

Was dabei Bürgermeister Karlo Schmettau (FDP) besonders freut: Bei dem Betrieb handelt es sich um eine 100-prozentige Neugründnung der Tewet AG Berlin, der seinen Sitz vom Handelszentrum in der Berliner Friedrichstraße (diesen Komplex errichtete der japanische Baukonzern Kajima Tokio Mitte der 70er-Jahre in der DDR-Hauptstadt) nach Mirow verlegt und dann dort seine Gewerbesteuer zahlt.


Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Planes ist der Genehmigungsbescheid durch das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Neubrandenburg, den die Bioenergie GmbH noch in diesem Monat erwartet. Die bedeutendste Grundlage sei, dass die Stadtvertreter den Bebauungsplan für die Bioenergie GmbH während ihrer jüngsten Sitzung am 24. Januar einstimmig beschlossen. Einstimmige Beschlüsse zu solchen Projekten seien nicht mehr die Regel, wie die Ablehnung eines ähnlichen Projektes in Wesenberg zeigt, erklärt Karlo Schmettau und ergänzt: „Aber die Zusammenarbeit mit Mirow verlief unter anderem so konstruktiv, weil die Stadt die teure Energieversorgung über das Heizhaus, das uns bereits seit zehn bis 15 Jahren ein Dorn im Auge ist, in Ordnung bringen will.“


Wie sieht das Projekt dann als fertige Anlage aus, sind Belästigungen – vor allem geruchlicher Art – zu befürchten, fragt der Nordkurier nach. Es entstehen sechs Meter hohe Behälter, die niedriger wirken, weil sie in einer ein Meter tiefen Senke stehen, erläutert Michael Stützel. Weiterhin wird aus dem Aushub zur Bahnlinie hin ein Wall geschüttet. „Alle Behälterwerden gasdicht abgedeckt, um Geruchsbelästigungen zu verhindern. Früher war das nicht so, da hat es durch die Gärung deutlich gerochen“, berichtet der Geschäftsführer und verdeutlicht, dass es in der Mirower Anlage riechen wird wie in einer Silo-Anschnittsfläche in der Landwirtschaft.
Hinzu komme, dass die Biogasanlage am östlichen Rand von Mirow liege. Bei Hauptwindrichtungen um West würde möglicher Geruch zumeist Richtung Osten aus der Stadt geblasen, sagt der Bürgermeister.


Die Rohstoffzufuhr für die Anlage, die 600 Kilowatt Energie elektrisch und 600 Kilowatt thermisch erzeugt, sei durch zehnjährige Pachtverträge der Stadt auf ihren Böden mit einheimischen Landwirten geregelt. Laut einer ab diesem Jahr wirksamen Verordnung gegen die „Vermaisung“ der Landschaft dürfen sie maximal noch 60Prozent Mais anbauen. Außerdem wird in der Anlage alles andere, „was die Milchkuh auch frisst“, verarbeitet, schildert Michael Stützel. Bauaufträge sollen, wo das möglich ist, an einheimische Betriebe vergeben werden.

 

Quelle: Nordkurier vom 14.02.2012




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