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Optimistische Töne bei Demo


Mirow. Strahlender Sonnenschein, an die 3000 Menschen, was will man mehr? „Es fehlt nur noch die gute Nachricht…“, meinte Barbara Lange, erste Sprecherin der Aktionsgemeinschaft Freier Himmel.

Darauf mussten die Demonstranten aber auch gestern bei der nunmehr 7. Mirower WasserDemo vergebens warten. Die Kuh ist noch nicht vom Eis. Dabei ist der Protest längst ein länder- und regionenübergreifender geworden: „Wir sind aus Güstrow hergekommen, das Problem ist nämlich, dass die Flugzeuge auch bei uns drüber fliegen, wenn sie nach Rostock- Laage zum Auftanken wollen. Das ist vielen bei uns noch gar nicht bewusst“, sagte Dr. Dominik Hepperle, dessen Frau Dr. Ines Hepperle – beide sind Biologen– aus Mirow stammt. Jedes Jahr würden sie deshalb, sofern es ihnen möglich ist, zur WasserDemo kommen. Aber auch Prominenz war zahlreich unter den Protestlern zu finden. Nicht nur, dass die beiden Ministerpräsidenten Harald Ringstorff (Mecklenburg-Vorpommern) und Matthias Platzeck
(Brandenburg; beide SPD) im Schulterschluss ihre ablehnende Haltung unterstrichen. Auch bekannte Persönlichkeiten aus der Region waren zahlreich vertreten. So weilten Landrätin Kathrin Dollinger- Knuth (CDU), Innenminister Henry Tesch (CDU), der Warener Bürgermeister Günter Rhein (SPD), Landtagsabgeordneter Michael Körner (SPD), Wolfgang Methling, Landeschef der Linken, und viele viele mehr auf der Strandbad-Wiese. Der Mirower Bürgermeister Norbert Pape (CDU) verkündete: „Ich gehe davon aus, dass das endgültige Urteil ein vernichtender Schlag für die Bundeswehr sein wird“. Noch weiter wagte sich Wolf-Dieter Ringguth, Bürgermeister in Rechlin und Schweriner Landtagsmitglied, hinaus: Ich lade Sie alle wieder im nächsten Jahr hierher ein, dann aber zu einer Riesenparty…

 

Ein Lob vom Minister an Aktionsgruppe 


 „Man, haben die gut gesprochen“, war unter den Demonstranten, die gestern zum Mirower Strandbad kamen, um ihren Willen gegen die Inbetriebnahme des geplanten Bombodroms kund zu tun, häufiger zu hören. Ministerpräsident Harald Ringstorff aus Schwerin und sein Kollege Matthias Platzeck aus Brandenburg (beide SPD) haben sich mit ihrem Auftritt einen Platz in den Herzen der Besucher erredet. „Ja zur lebenswerten Zukunft, nein zum Bombodrom, lassen Sie uns dafür gemeinsam kämpfen“, so die Nachricht. Ein dickes Lob richtete Platzeck den hiesigen Bürgerinitiativen aus: sie seien die engagiertesten, kreativsten und langlebigsten mit großem Durchhaltevermögen.
Vom Thema her drehte sich in diesem Jahr alles um 270 Millionen Euro an Steuergeldern, die – sollte es zum Bombodrom kommen – buchstäblich in den Sand der Kyritz-Ruppiner Heide gesetzt werden, wie Gerhard Schneider vom Freien Himmel sagte. Was man dafür alles machen könnte? Bildlich wurde die Summe als Ziffernblatt einer Uhr dargestellt. Ein Bruchteil, nämlich nur 15 Sekunden, wären nötig, um den lange gewünschten Radweg von Schwarz nach Mirow zu bauen, rechnete der Schwarzer Pastor Wilhelm Lömpcke vor. Auch die Straße von Mirow nach Peetsch ließe sich durch eben einen solchen winzigen Anteil bauen. Nicht viel vom Ziffernblatt wäre nötig, um die Kirche in Lärz zu sanieren.…Auch im Ausland ließe sich mit 270 Millionen vielen Menschen helfen. „Wieviel Verständigung würde das in die Welt bringen? Das wäre Frieden schaffen ohne Waffen“, sagte der Pastor unter dem Beifall der Zuhörer.
„Haben wir nicht jahrelang unter dem Krach gelitten?“ meinte Maria Huber, eine Einwohnerin aus Mirow, über ihre Beweggründe, warum sie zur Demo geht. Sie erinnere sich noch sehr genau an die Düsenjäger, die zu DDR-Zeiten in der Region flogen. Dies wolle sie nicht mehr durchmachen – ein Argument wohl auch, das dem immer wieder vom Verteidigungsministerum aufgeworfenen Lastenausgleich eine Absage erteilt. Wulf Bednorz (Linke), Bürgermeister aus Blankensee, gehört schon zum „Stammpersonal“ auf der WasserDemo. Er hat bislang keine der sieben Veranstaltungen ausgelassen, und wird auch immer wieder kommen, solange es nötig sei. Bezugnehmend auf die von Wolf-Dieter Ringguth (CDU), Bürgermeister von Rechlin, anvisierte Riesenparty im nächsten Jahr – für den Fall, dass der Prozess auch in zweiter Instanz gewonnen wird oder eine politische Entscheidung fällt, kündigte Bednorz, dessen Gemeinde auch zur sogenannten Südallianz gehört, an: „Dann gebe ich hier ein Fass Bier aus…“ Doch soweit ist es
noch nicht. Thomas Gädeke, Geschäftsführer vom Dorf Seewalde, erklärte, dass derweil für ein Schild „Diese Gemeinde wehrt sich gegen den Bombenabwurfplatz“ für Canow gesammelt werde. Auch sei demnächst durch die Unternehmervereinigung Pro Heide eine Veranstaltung in Neustrelitz geplant, um auch dort mit der Unternehmerschaft in Kontakt zu kommen.

Quelle: Nordkurier vom 02.05.2008




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