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Südindischer Pastor besucht Heimat des Kirchgründers


Wesenberg. Einen ganz besonderen Gast hat am 24. und 25. Mai die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Wesenberg.

Dann besucht Christian Samraj aus dem südindischen Tranquebar die Stadt, berichtet Pastor Torsten Morche. Dieser Besuch hat einen mehr als 300-jährigen geschichtlichen Hintergrund. Im Jahr 1706 machte sich der in Wesenberg geborene Heinrich Plütschau gemeinsam mit Bartholomäus Ziegenbalg auf den beschwerlichen Weg nach Indien, dort gründeten sie in Tranquebar die erste evangelische Kirche auf dem indischen Subkontinent. Diese Gemeinde besteht heute noch, Pastor ist Christian Samraj. „Er äußerte den Wunsch, den Ort zu besuchen, an dem einer der Gründer der Kirchgemeinde Tranquebar geboren wurde“, erklärt Torsten Morche. Und da Christian Samraj gerade in Leipzig weilt, um dort zu promovieren, kann er sich jetzt diesen Wunsch erfüllen. Am 24. Mai hält er einen Vortrag.
Besuch aus Südindien hatte Wesenberg schon zwei Mal. 1982 weilten ein Bischof und der Pastor aus Tranquebar in der Woblitzstadt. Und im vergangenen Jahr kam Pastorin Valamarti, eine Kollegin von Christian Samraj, nach Wesenberg. „Sie zeigte sich sehr erstaunt, dass das Land, aus dem ihre Kirche kommt, so unchristlich ist. Müsste Deutschland nicht einen zweiten Luther haben, fragte sie“, erinnert sich Torsten Morche. Zum Christentum in Indien berichtet er, dass die Christen dort aus der untersten Kaste kommen. Sie engagieren sich sehr in der sozialen Arbeit wie in Armenküchen. Weil sie das uralte Kastensystem durcheinander bringen, so Torsten Morche, gibt es sogar Überfälle auf sie, Christen müssen dort sehr mutig sein.

 

Quelle: Nordkurier vom 16.05.2008 




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