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Stadtvertreter favorisieren Neubau
Die Stadt wäre ein ganz schlechtes Vorbild für die Bürger, was die Erhaltung der Geschichte angeht.“ Stadtvertreter Uwe Gestewitz (Bürger für Wesenberg) war entsetzt vom Ansinnen, das alte Rathaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die Vorlage dazu bedeutete das wichtigste Thema während der Stadtvertretersitzung am Donnerstag Abend.
Vorher informierte Thomas Reggentin, Leiter des Fachdienstes Bauen/Sicherheit und Ordnung der Amtsverwaltung, über die Fakten zum Thema. Aus Stadtvertretern wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Rathaus beschäftigt. Statiker und Holzgutachter haben das Gebäude untersucht. Auf dieser Grundlage wurden Varianten erarbeitet zu Sanierung oder Neubau. Am teuersten wäre die Sanierung von Rathaus, Nebengebäude und Archiv – die schlüge mit 1,1 Millionen Euro zu Buche. Wenn man auf die Erneuerung von Archiv und Nebengebäude verzichtet, würden die Kosten sinken. Allerdings könne der Aufwand unerwartet stark steigen, niemand wisse genau, welche Schäden sich noch verbergen im alten Gemäuer, erklärte Thomas Reggentin. Die kostengünstigste Variante mit 650 000 Euro wäre Abriss und Neubau.
„Der Zustand des Holzes im ganzen Haus ist sehr schlimm, der Hausschwamm ist drin, eine Sanierung wäre extrem kompliziert und teuer. Ein Neubau wäre das Rationellste“, kommentierte Horst Rißmann (FDP), der als Bürgermeister jahrelang die Geschicke der Stadt bestimmte und den Zustand des Rathauses kennt.
Es gibt bereits eine Skizze dazu, wie der Neubau aussehen könnte. Diese Skizze stieß auf Kritik auch von Peggy Sarodnik (BfW), weil dann der vertraute Anblick mit der Toreinfahrt verloren gehen würde.
Bürgermeister Helmut Hamp (BfW) unterstrich, dass es sich nur um eine erste Skizze handelt: „Eine Toreinfahrt – wie immer sie auch integriert wird – kann ja auch Bestandteil des Neubaus sein.“ Horst Rißmann wies darauf hin, dass das jetzige Rathaus nicht als solches, sondern als Ackerbürgerhof gebaut wurde. Der Rat zog erst ein, als das alte Rathaus mitten auf dem Markt vollkommen marode war.
Helmut Hamp unterstrich eindringlich, dass das kommunale Zentrum für die Bürger der Stadt unbedingt erhalten werden sollte, auch wenn es durch den Umzug der Verwaltung nach Mirow außer für die Bürgersprechstunde verwaltungstechnisch nicht mehr gebraucht würde. Vereine, Konzerte, Schulungen, Versammlungen – für das und anderes mehr könne ein neues Haus Platz bieten.
Mit 13 Ja-Stimmen entschieden die Stadtvertreter bei einer Gegenstimme, dass der Neubau des Rathauses vorangetrieben werden soll. Mit der Anlehnung an das Aussehen der alten Fassade – einschließlich des Torbogens – soll dem jetzigen, vertrauten Bild sehr nahe gekommen werden.
Quelle: Nordkurier vom 28.06.2008




