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Wesenberger feiern fröhliches Burgfest
So versammelten sich am Wochenende hunderte Menschen auf dem Platz vor dem Rathaus, um dort am Sonnabend Nachmittag dicht gedrängt dem „Historischen Schauspiel“ zu lauschen. Vom Burggesang am Freitag Abend bis zum Frühschoppen am Sonntag Vormittag boten sich viele Möglichkeiten, um an diversen Lustbarkeiten teilzunehmen. Mitten in der illustren Schar der Mitwirkenden des Schauspiels befand sich wie in den Jahren zuvor Bürgermeister Helmut Hamp. „Mit seiner gewinnenden Art kommt er bei den Leuten gut an, das sieht man immer wieder“, meinte denn auch Anja Arndt, die mit ihrer Familie auf einer Bank Platz genommen hatte und dem turbulenten Geschehen zusah.
Unter den Gästen auch zahlreiche Wassertouristen, zum Beispiel Barbara Osowski und Uwe Wefel aus Hamburg. Diese hatten auf ihrer Tour an einem Plakat von dem Burgfest gelesen. „Deshalb haben wir hier extra festgemacht, um das mitzuerleben und sind begeistert, was in dieser kleinen Stadt los ist“, sagte Barbara Osowski, und Uwe Wefel ergänzte: „Ich habe heute Geburtstag und freue mich, das er hier zu etwas Besonderem wird. Gestern Abend haben wir den historischen Stadtrundgang mitgemacht, es waren unwahrscheinlich viele Leute, die da mitmarschiert sind. Der Nachtwächter hat das ganz toll gemacht und viele interessante Sachen erzählt“, so der Hamburger Urlauber, der sich mit seiner Frau auch den kleinen Umzug am Sonnabend Morgen in der Stadt angesehen hatte.
Sowohl am Freitag Abend als auch am Sonnabend wurde bis spät in der Nacht in Wesenberg gefeiert. Wenn anderswo die „Sperrstunde“ schon um 22 Uhr bei Freiluftveranstaltungen eingehalten werde müsse, schere sich in Wesenberg zum Glück niemand darum, hieß es. Es wurde auf dem Markt getanzt und gefeiert bis mindestens gegen zwei Uhr morgens, berichteten Gäste.
Zu den Getreuen des Schauspiels um Helmut Hamp gehörten unter anderem Jürgen Gentzen, der als Nikolaus von Werle und Stadtgründer Wesenbergs auftrat, des Weiteren Klaus Brei als Markgraf Otto von Brandenburg, Manfred Hoppe als Heinrich der Löwe, der die schöne Beatrice heiratete – mit bürgerlichem Namen heißt die „Dame“ Heike Pohlmann, stammt aus Wesenberg, lebt aber in Berlin und reiste zur Aufführung an, wie sie im Gespräch mit dem Nordkurier erzählte. „Durch meine Hochzeit 1292 kam Wesenberg von Brandenburg zurück nach Mecklenburg“ berichtete ihr Gemahl, „Heinrich der Löwe“, stolz über seinen Part in der Historie. Jörg Dörre ergänzte als Heinrich der Meißner aus Sachsen die Truppe. Er sei gekommen, um in Wesenberg „die Minne zu verbreiten“, sagte er. Doch nicht nur das, er schlug den Ortsgewaltigen vor, zwei Tore zu errichten – mit Erfolg, wie man weiß. Auch Figuren wie Luther sowie eine Bäuerin, eine Hexe und gar Mudder Schulten aus Neubrandenburg zeigten sich den Besuchern. Diese konnten sich ansonsten bei viel Rummel rund um die Burg amüsieren und begeisternde Auftritte der Schalmeienkapelle, der Chöre, der Ritter, des Tanzhauses Neustrelitz und ein „Berlin-Programm“ mit sechs Darstellern erleben. Ein Feuerwerk bildete am Sonnabend den krönenden Abschluss des Festes.
Quelle: Nordkurier vom 07.07.2008




