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Per Tastsinn durch die Natur


Boek. Der Hecht kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder muss er Nahrung schlucken, immer wieder soll er sie wieder ausspucken.

Das aber klappt nicht. Wieso auch? Zum einen handelt es sich um ein hölzernes Modell, und die „Nahrung“ wird durch ein Seil dargestellt – im Maul geht’s hinein, hinten wieder heraus. Auf der anderen Seite kann ein echter Hecht seine Nahrung wirklich nicht ausspucken: Seine speziell geformten Zähne machen das unmöglich. Das demonstriert der naturgetreu nachgeschnitzte Hecht auf einprägsame Weise. So sehr man auch versucht, die Nahrung (das Seil) herauszuziehen, es funktioniert nicht. Spaß und Lernen gehen hier Hand in Hand.
Schnell wird deutlich, dass die Macher der neuen Ausstellung „Die Fischer von Boek“ – Barbara Lüthi-Herrmann vom Müritz-Nationalparkamt und der Neustrelitzer Holzgestalter Martin Herrmann – neue Wege beschritten haben, um Menschen, die blind oder sehschwach sind, den Nationalpark dennoch vor Augen zu führen. Der Besucher kann sich auf eine ganz besondere Reise in die Natur begeben. Wie spitz ist der Schnabel eines Eisvogels? Wie fühlt sich das Schuppenkleid eines Fisches an? Wie viele Haare befinden sich im Fell eines Fischotters und wie fühlt es sich an, wenn es 200-fach vergrößert wurde? Dass das Gutshaus Boek auch für Rollstuhlfahrer erreichbar ist und die Tische unterfahrbar sind, ist ein weiteres Zeichen für die gute Umsetzung der Idee. Mit Mitteln der Gemeinde, aus EU-Fördermitteln und vom Müritz-Nationalparkamt ist mit einer Investition von rund 80 000 Euro etwas Besonderes entstanden.

 

Quelle: Nordkurier vom 10.07.2008 




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