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Ernte bislang besser als befürchtet


Mecklenburg-Strelitz. Zufriedene Gesichter gibt es derzeit bei vielen Landwirten der Region. „Man muss schon sagen, wir haben uns total verhauen“, gestand gestern Jochen Mewes vom Landwirtschaftsbetrieb Mewes & Liebenow GbR mit Sitz in Retzow erleichtert ein.

„Die Ernte läuft wesentlich besser als erwartet – wenngleich es von Schlag zu Schlag doch starke Schwankungen gibt.“
Auf den schlechteren Roggenflächen konnte der Betrieb 27 bis 28 Doppelzentner je Hektar ernten, von den besseren 60 bis 70 Doppelzentner runterholen. Noch eine Woche dieses Wetter, und die Ernte sei unter Dach und Fach. Und zwar trocken, ohne große Energiekosten, die eine Trocknung mit sich bringen würde. „Das ist bisher eine kostengünstige Ernte“, freute sich Jochen Mewes.
Bei strahlend blauem Himmel und viel Sonne droschen gestern vier Mähdrescher gleichzeitig auf einem Schlag an den Mirower Kleingärten Roggen und Weizen. Damit haben die Bauern die Ernte-Reihenfolge in diesem Jahr ein wenig abgewandelt. Denn auf vielen Schlägen steht der Raps noch. „Wir haben es probiert, aber der Raps ist noch nicht erntefähig“, wusste Bruder Reinhard Mewes, der ebenfalls Landwirt ist, zu berichten. Sowohl aus Mirow kommend in Richtung Retzow als auch nach Roggentin raus stehen die Rapsfelder noch weitgehend unangetastet.
Dennoch, auch beim Getreide sind die Schäden der langanhaltenden Trockenheit nicht zu übersehen. Auf den leichten Böden, beispielsweise nach Starsow raus, ließen die Erträge doch zu wünschen übrig.
„Aber stellenweise haben wir doch gestaunt, dass wir so gute Ergebnisse einfahren können.“ Etwa auf der Fläche zwischen Mirow und Granzow, die in den vergangenen Jahren stillgelegt war. „Hier ist der Boden ausgeruht“, wovon der Roggen profitiert habe, schilderte Reinhard Mewes.
Allerdings ist der Nervenkrieg der Landwirte, den diese alle Jahre beim Bangen um gutes Ernte-Wetter durchmachen müssen, noch nicht gänzlich ausgestanden. Die Prognosen der Wetterfrösche haben fürs Wochenende etwas kühleres, durchwachsenes Sommerwetter prophezeit. Sollte es dabei auch hageln, könnte dies beim Raps immer noch zu starken Verlusten führen. „Das hatten wir alles schon mal. Dann springen die Schoten auf, und die Körner fallen raus“, erinnert sich Reinhard Mewes.

 

Quelle: Nordkurier vom 01.08.2008




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