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Ausstellung über Herrenhäuser


Mirow. Der erste Anblick ist schön, die weiteren werden immer trauriger: Das Herrenhaus Ihlenfeld in Mecklenburg-Strelitz 1880 als prächtiges Gebäude, im Jahr 1960 als verwahrloste Mietskaserne, 1993 als Ruine – und 2003 ist es verschwunden, es gibt nur noch einen leeren Platz.

Die Dokumentation des Schicksals dieses Hauses ist Bestandteil der Ausstellung „Herrenhäuser im Wandel der Zeiten“, die jetzt in der Remise der Mirower Schlossinsel zu sehen ist. Es gibt aber auch genügend Beispiele anderer Herrenhäuser, die die DDR-Zeit gut oder weniger gut überstanden, saniert wurden und eine neue Nutzung erfuhren.
Was unterscheidet ein Herrenhaus von einem Schloss? Das Schloss ist Wohnsitz eines Fürsten oder eines vornehmen Herrn, das Herrenhaus ist das Wohnhaus eines Gutsherren, das direkt mit der Wirtschaftsanlage des Gutes verbunden ist. Dieser wissenschaftlich klingende Satz ist Grundlage für die Ausstellung. Sie wurde im Auftrag der Stiftung Mecklenburg von Prof. Dr. Sabine Bock und Thomas Helm aus Schwerin erarbeitet. Vor allem wird dargestellt, dass Mecklenburg Kernland der Gutswirtschaft war.
Ausgangspunkt sind sehr interessante historische Fotos von August Mencke, die in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entstanden und sich im Besitz der Stiftung Mecklenburg befinden. Ihnen sind – wie im Fall von Ihlenfeld – häufig aktuelle Bilder entgegengestellt. Anhand der Bilder werden zum Beispiel baugeschichtliche Entwicklungsstufen erläutert. Ein weiteres Thema: Wie erfolgte die Wasserversorgung in den Herrenhäusern? Lange wurde das durch wasserschleppende Mägde und Knechte erledigt, bevor das dann moderne Technik übernahm.
Begleitet wird die Ausstellung durch eine Präsentation zu den ehemals herzoglichenSchlössern und Gärten, die sich jetzt in Landesbesitz befinden. Dazu gehört auch das in unmittelbarer Nähe der Remise stehende Mirower Schloss, dass zurzeit restauriert wird.
Beide Ausstellungen sind bis Anfang September zu sehen. Die Öffnungszeiten, dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr, sichert der Residenzschloss e. V. Mirow ab. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Nordkurier vom 09.08.2008 




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