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Kormorane als Konkurrenten
Sigrun Reese, fischereipolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, bezeichnet die Verordnung als ungeeignet. Wolfgang Bork, Vorstandsvorsitzender der Seenfischerei Obere Havel Wesenberg e. G., ein Mann der Praxis sagt dazu, „die Verordnung bringt uns nicht weiter. Wirksam wäre ein Eingriff in die Kolonien. Aber das Abschießen der Nestlinge wie im Anklamer Stadtbruch – so etwas kann man einfach nicht machen“. Für besser hält er es, die brütenden Kormorane mit Lasergewehren aufzuscheuchen, so dass die Eier abkühlen und der Bruterfolg wesentlich geringer ist.
Kormoran-Kolonien gibt es im Bereich der Seenfischerei nicht. Bei einzelnen Ansiedlungsversuchen, wenn die Vögel anfingen, Nester zu bauen, verhinderten die Fischer das sofort, so dass sich keine Kolonien entwickelten, berichtet Wolfgang Bork. So gibt es nur einzelne Schlafplätze. Bei den Kormoranen, die auf und in den Gewässern der Seenfischerei Konkurrenten der Fischer sind, handelt es sich um „Gäste“. Sie kommen beispielsweise aus dem Müritz-Nationalpark. Und in Naturschutzgebieten dürfen Kormorane nicht bejagt werden, erläutert Wolfgang Bork. Thema sind Kormorane noch nicht lange. In den 70er- und 80er-Jahren waren sie seltene Einzelvögel, bevor dann die große Vermehrung einsetzte, erinnert sich Wolfgang Bork.
Noch negativere Auswirkungen, als das Fressen großer Mengen von Fisch verursacht, sieht er durch das Aufscheuchen von Fisch durch Kormorane. „Wir hatten jetzt zwei offene Winter, in denen man das sehen konnte. Ganze Kormoranschwärme scheuchen die Fische von einer Seeseite zur anderen, um dann zuzuschlagen. Die Fische werden schwer gestresst, springen vor Angst aus dem Wasser“, schildert Wolfgang Bork seine Beobachtungen. Er betont, dass nicht nur die über dem Wasser sichtbaren Tiere wie Fischadler oder Seeadler schützenswert sind, sondern auch die Kreatur im Wasser.
Dass sich immer mal wieder unterschiedliche Parteien mit dem Thema befassen und vor Wahlen den Fischern Hilfe versprechen, bezeichnet er als überflüssige Lippenbekenntnisse. „Wenn sie dann gewählt sind, verstecken sie sich hinter EU-Vogelschutzrichtlinien“, kritisiert Wolfgang Bork.
Quelle: Nordkurier vom 14.08.2008




