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Arbeit an einem 300 Jahre alten Bauernwebstuhl


Mirow. Wer hätte gedacht, dass man mit dem Blutroten Hautkopf Textilien wunderbar rot färben kann?

Der Hautkopf ist ein Pilz und auf das Färben mit Pflanzen und Pilzen versteht sich Astrid Wittkopp aus Fretzdorf bei Wittstock so gut, dass sie schon seit mehr als zehn Jahren von ihrer Handwerkskunst leben kann. Sie war am Sonnabend und Sonntag eine der rund 40 Künstler und Kunsthandwerker, die es auf die Mirower Schlossinsel zog.
An Ständen boten sie bei der dritten Auflage von „Kunst am Schloss“, die der Inselverein veranstaltete, ihre Arbeiten an. Keramik, Schmuck, Glaskunst, Fotos, Mode – den Besuchern bot sich eine große Vielfalt.
Astrid Wittkopp färbt aber nicht nur Textilien – sie webt, filzt, strickt und schneidert auch die Gewänder, die man ihrem Stand bewundern kann. Ein Hingucker ist ebenfalls ihr rund 300 Jahre alter historischer Bauernwebstuhl, der noch voll funktionsfähig ist. Auf ihm webt sie zum Beispiel Wolljacken. Ihr kleines Unternehmen heißt „Rainfarn & Johanniskraut“. „Das sind meine beiden Lieblingspflanzen, mit denen ich sehr gern färbe. Darum wählte ich sie als Firmennamen“, berichtet Astrid Wittkopp.
Das Färben mit Pilzen ist eine Kunst, verrät sie. Es gibt weltweit nur noch wenige, die sich darauf verstehen. Mit diesem Thema befasst sich ein schwedische Buch, mehr existiert dazu nicht, erzählt die Fretzdorferin, die mit ihrer Kunst zu Kunstmärkten in ganz Deutschland und Österreich zieht. Zum Färben mit Pilzen ergänzt sich noch, müsse man viel lernen. Zum Beispiel färben die leuchtend roten Fliegenpilze überhaupt nicht. Und Naturfarbe wirkt auf jedem Stoff anders – also auf Wolle nicht so wie auf Leinen zum Beispiel.
Ausgangspunkt für „Kunst am Schloss“ vor drei Jahren war eine Plattform für Künstler und Kunsthandwerker aus der Region rund um die Seenplatte. Das war das erklärte Ziel eines Projektes des Landfrauenverband Neubrandenburg, das vom Land Mecklenburg-Vorpommern und der EU gefördert wurde, berichtet Ulla Pape vom Inselverein. Mit „Kunst und Kram“ hatte der Verband auf der Schlossinsel damals bereits ein gutes Standbein. Parallel zur Ausstellung fand am Sonnabend das „16. Kirchturmfest“ statt. Wer zum Fest kam, konnte sich auch die Aussstellung ansehen – und umgekehrt.

 

Quelle: Nordkurier vom 18.08.2008 




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