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Pilz-Experten bitten um Feingefühl
Denn immer wieder kommt es vor, dass streng geschützte Exemplare in den Bratpfannen der Sammler enden.
Udo Hans Hopp aus Feldberg zum Beispiel wurde in diesem Sommer von ahnungslosen Urlaubern schon der Gelbe Steinpilz zur Bestimmung vorgelegt. Bei dem Röhrenpilz handelt es sich um einen Vertreter seiner Gattung, der vom Aussterben bedroht ist und darum nicht einmal für den Eigenverbrauch gepflückt werden darf. Der Pilzsachverständige des Landkreises Mecklenburg-Strelitz weist darauf hin, dass unbekannte Pilze generell im Wald bleiben sollten. Zum Bestimmen sei oft nur ein Exemplar nötig. Wer Pilze körbeweise einsammele, um dann zu erfahren, dass sie nicht genießbar oder geschützt sind, zerstöre ökologisch wichtige Pilzvorkommen. Das Nationalparkamt Müritz erinnert darüber hinaus daran, dass das Pilzesammeln in der Kernzone des Schutzgebietes verboten ist.
Den Spaß an der Nahrungsbeschaffung in freier Natur müsse sich aber trotz aller Verhaltensregeln niemand vermiesen lassen. Viele Arten dürfen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Dazu gehören die beliebten Steinpilze, Pfifferlinge und Birkenpilze, zählt Hans Udo Hopp auf. Schmackhaft und in der Region ebenfalls zu finden seien auch die weniger bekannten Rotkappen, Schweinsohren, Brätlinge und alle heimischen Morcheln. Wegen der Trockenheit der vergangenen Tage würden die Pilze derzeit verhalten sprießen. Aber schon nach einem kräftigen Regenguss lohne sich der Gang in den Wald wieder. Dann würden erfahrungsgemäß die Champignons als erste wachsen.
Beim Pilze sammeln im Nationalpark Regeln beachten
Mit Beginn der Pilzsaison weist das Nationalparkamt Müritz darauf hin, dass Pilze und Waldbeeren nur in der Entwicklungszone des Nationalparks gesammelt werden dürfen. Hier ist das Sammeln zugelassen, während es in der Kernzone strikt verboten ist. Gemäß der Nationalparkverordnung, soll die Natur sich selbst überlassen bleiben und alle Störungen sind zu vermeiden.
Eine große Anzahl von Informationstafeln an den Eingängen zum Nationalpark und im Gebiet geben Aufschluss, wo man sich gerade befindet und wo Kern- und Entwicklungszonen anfangen. Zudem sind an den Infotafeln Karten und allgemeine Informationen zur direkten Umgebung angebracht. Die Kernzone ist außerdem noch gesondert ausgeschildert.
Es wird darum gebeten, bei der „Jagd“ auf Pfifferlinge, Steinpilze und Co. keinen Müll zu hinterlassen und Lärm zu vermeiden.
Zudem dürfen eingezäunte Flächen nicht betreten werden.
Die Pilzsuchenden sollten wissen, das nur kleine Mengen für den persönlichen Verbrauch gesammelt werden dürfen. Auch nur essbare Pilze sollten abgepflückt werden. Denn wer erst sämtliche Pilze einsammelt, um anschließend zu erfahren, dass sie nicht genießbar oder gar geschützt sind, zerstört ökologisch wichtige Pilzvorkommen.
Fahrzeuge sind im gesamten Nationalpark nur auf den ausgewiesenen Park- und Abstellplätzen zu parken. Das Befahren von Waldwegen mit Kraftfahrzeugen ist verboten.
Ranger sind im Gebiet unterwegs und geben gern Auskunft. Sie sind zudem berechtigt, bei Verstößen gegen die Nationalparkverordnung Verwarnungen auszusprechen.
Quelle: Nordkurier vom 21.08.2008/ Pressemitteilung Nationalparkamt Müritz




