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Die DDR ins Stübchen geholt


Lärz. Erstmal zu Hause ankommen und einen schönen „Rondo“ aufbrühen. Hoffentlich pfeift der Flötenkessel auf dem frisch mit „Fit“ geputzten Herd bald.

Das schicke Kostüm aus dem „Exquisit“-Laden – ausnahmsweise mal was gegönnt – auf das rote Sofa legen und in den Freizeitlook schlüpfen. Und nun einfach mal entspannen. Aus dem weißen „DKK“ schnell noch die „Immergut“-Kondensmilch geholt, so schmeckt der Kaffee besser. Was nimmt man sich nun als erstes zur Lektüre? Natürlich die „Freie Erde“, man möchte sich ja ausführlich über die Region informieren. „Aha, ,Honecker empfängt Gorbatschow in Berlin‘ und ,Olaf Ludwig radelt wieder Spitzenzeiten‘ heißt es in großen Lettern.“
So, genug regionale Nachrichten und Weltgeschehen. Ein Kochrezept für den Abend muss her, wenn der Mann aus dem Betrieb nach Hause kommt, hat er schließlich Hunger. Wo könnte man bessere Ideen finden als in der „Für Dich“? Das Abendbrot ist nun gesichert, die Abendunterhaltung jedoch noch nicht. Also, schnell einen Blick in die „FF-Dabei“ und schon ist klar: heute ist Mittwoch, wir gucken „Rumpelkammer“ im Ersten. Die „Komet“ angeschmissen, ein bisschen schick machen für abendliche Gäste mit „Sküs“ und „Florena“ und da knattert auch schon der Trabbi in der Einfahrt. Schließlich muss man noch einen Brief auf der „Erika“ tippen, dann ist aber wirklich der Feierabend da.
Vielleicht prägten Elke Enders ähnliche Gedanken und Erinnerungen, als sie im letzten Jahr auf ihrem Grundstück in Lärz ein „DDR-Stübchen“ eröffnet hat. „Hier kann man Geschichte erleben. Es soll nicht unbedingt die Politik dargestellt werden, sondern das Alltagsleben“, beschreibt sie die niedlich und sorgfältig eingerichteten Zimmer. „Das Ganze stößt auf Interesse sowohl bei „Ossis“ als auch bei „Wessis“. Die einen erkennen etwas wieder, die anderen erfahren etwas über die Geschichte. Eine Besucherin aus dem Westen erfuhr so etwas über ihren zukünftigen Schwiegersohn aus dem Osten“, sagt sie lächelnd. Ein Schild vor dem Haus weist Interessierte darauf hin, ob geöffnet ist.

 

Quelle: Nordkurier vom 30.08.2008 




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