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Jäger haben Nachwuchssorgen


Mirow. Das ist doch mal ein ungewöhnlicher Gewinn: Ein Morgenansitz mit einem echten Jäger – in aller Frühe die Morgennebel wabern sehen, heißen Tee trinken und nach Schwarzkitteln Ausschau halten.

So zu haben bei der Feier zum 15. Geburtstages des Hegeringes Mirow Peetsch. Am Sonnabend hatten die Mitglieder auf den Hof der Gaststätte „Die blaue Maus“ eingeladen, um sich und ihre Tätigkeit vorzustellen. Dabei gab es auch eine Tombola, wo der oben erwähnte originelle Preis zu gewinnen war. Neben vielen anderen interessanten Dingen – von einer Hotelübernachtung über etliche Restaurantgutscheine aus der Region bis hin zu Wildfleisch. „Wir haben die Gewerbetreibenden in Mirow gefragt, und fast alle haben mitgemacht und Preise zur Verfügung gestellt“, freute sich Hegeringleiter Peter Heise.
Der Hegering Mirow/Peetsch wurde im Juni 1993 gegründet. Er hat 33 Mitglieder, darunter auch zwei Frauen. Die Jäger sind für 6300 Hektar rund um Mirow, Peetsch, Diemitz und Starsow zuständig. Im Durchschnitt wurden jedes Jahr 700 Stück Schalenwild erlegt, hat man ausgerechnet. Darunter 400 Stück Damwild, 155 Stück Rehwild, 120 Wildschweine und 25 bis 30 Stück Rotwild. Hinzu kommen pro Jahr etwa 140 Raubtiere: 60 Füchse, 60 Marderhunde, 15 Waschbären und sechs Dachse.
Momentan habe sich der Wildbestand fast wieder normalisiert, sagt Heise. Gerade bei Damwild habe man vor etwa vier Jahren einen Überbestand gehabt, der viel Schaden angerichtet habe. Das habe man wieder ganz gut im Griff, nur die Schwarzkittel hätten durch die beiden zurückliegenden milden Winter wieder überhand genommen. Aber die Hege des Wildbestandes ist nicht die einzige Aufgabe der Jäger. Nach Wildunfällen werden sie zum Bergen gerufen, zudem sammeln sie hängerweise den Müll wieder aus dem Wald heraus, den gedankenlose Bürger dort entsorgen, statt – viel einfacher – den Sperrmüll abholen zu lassen.
Sorgen bereitet den Jägern der Nachwuchs. „Unser Durchschnittsalter liegt bei 60“, so Peter Heise. Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende Abwanderung machen ihnen schwer zu schaffen, erklärt er.

 

Quelle: Nordkurier vom 01.09.2008 




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