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Dorfgemeinschaft startet jetzt durch


Seewalde. Eine große Gänseschar tummelt sich draußen, Galloway-Rindern am Ufer des Gobenowsees geht es sichtlich genauso gut wie den Hühnern, die im Freien scharren, rote Tomaten leuchten in den Stauden im großen Garten.

In der Dorf Seewalde gemeinnützigen GmbH scheinen Landwirtschaft und Gartenbau wachsende Bedeutung zu haben. „Richtig“, sagt Geschäftsführer Thomas Gädeke. „Nachdem wir in den vergangenen Jahren sehr viel mit der finanziellen Sanierung zu tun hatten, starten wir jetzt richtig durch, widmen uns um so mehr unseren eigentlichen Aufgaben.“
Und dazu gehört der biologisch wirtschaftende landwirtschaftliche Hof mit Milchkühen, Galloway-Rindern, Schweinen und anderem Getier. Der Hof bewirtschaftet mit den gegenwärtig 33 betreuten behinderten Bewohnern Flächen der Halbinsel Seewalde und der umliegenden Dörfer, so zum Beispiel den Bio-Spargel-Acker in Canow. Die Milchviehherde wird im Moment aufgestockt und ist eine „Multikultiherde mit Braunen, Schwarzbunten und Jersey“, wie es Thomas Gädeke bezeichnet. Der Garten ist in diesem Jahr richtig in Gang gekommen, dort wird die erste volle Saison gearbeitet. Fast alles an Gemüse, das im Naturladen Seewaldes angeboten wird, stammt aus der Gärtnerei. Dort gedeiht übrigens eine ganz alte Tomatensorte – die „Berner Rose“. Diese Sorte können auch Leute essen, die ansonsten allergisch auf dieses Gemüse reagieren, erklärt Thomas Gädeke.
Landwirtschaft und Gartenbau sind nicht nur wichtig, um Lebensmittel für die Bewohner und den Verkauf der gemeinnützigen Gesellschaft zu erzeugen. „Das sind unsere wichtigsten Werkstätten für die Bewohner. An der frischen Luft können sie arbeiten, sich nützlich machen und fühlen“, erklärt Thomas Gädeke. Und genau das entspricht dem Konzept: Seewalde versteht sich als sozialtherapeutische Dorfgemeinschaft. Dort will man die Bewohner im wahrsten Sinne des Wortes teilhaben lassen an der Gesellschaft, heißt es im Konzept. Und das passiert in der Dorfgemeinschaft als Lebensort mit all der Arbeit, die dort zu erledigen ist.
In Seewalde soll aber nicht nur die wirtschaftliche Grundlage verbreitert werden, es gibt noch andere Vorhaben der gemeinnützigen Gesellschaft, die „Lauenstein“ nicht mehr im Namen führt, wenngleich sie 100-prozentige Tochtergesellschaft von Lauenstein von 1924 ist. Das Gutshaus, das um 1905 gebaut wurde und sanierungsbedürftig ist, soll nicht wie früher geplant, Hotel werden. Nähere Ziele sind, dort den Laden mit Bistro einzurichten.

 

Quelle: Nordkurier vom 11.09.2008 




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