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Bio Hof baut zum ersten Mal Wintergerste an


Wustrow. In diesem Jahr wird auf dem Wustrower Bio Hof zum ersten Mal die Aussaat von Wintergerste ausprobiert, berichtet Inhaber Andreas Schock, der gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin Ute Perske und seinem Bruder Marco Schock den Hof bewirtschaftet.

„Nach der Trockenheit waren in diesem Jahr auf unseren leichten Böden die Erträge von Sommergerste, Sommerrrogen und Hafer sehr schlecht, wir hatten nur 30 bis 40 Prozent der erwarteten Mengen“, erklärt Andreas Schock. Darum will er es mit der Wintergerste versuchen, die früh reift. Die Trockenheit im Frühjahr und Frühsommer, die nach seinen Beobachtungen in den vergangenen Jahren tatsächlich zugenommen hat, könne so der Wintergerste nicht so viel anhaben wie den Sommerkulturen. „Kein Umbruch von jetzt auf gleich – aber wir reagieren auf die Folgen der Klimaerwärmung“, sagt der Fachmann.
1994 machte sich der gelernte Landmaschinenschlosser Andreas Schock, der früher in der LPG Wustrow und später im Fensterbau arbeitete, mit seinem biologisch produzierenden Betrieb selbstständig. Seinen modernen Hof am Dorfrand von Wustrow gibt es seit 2000. Er kaufte Land von einer Erbengemeinschaft, darunter Ödland, das er selbst erschloss, baute den Hof selbst auf, berichtet er. Zunächst wurden auf dem Bio Hof Rinder gezüchtet. Als sich das nicht mehr rechnete, stieg man 2004 auf die Mutterschafhaltung um. „Dabei geht es aber nicht um die Wolle, die ist im Preis so schlecht, dass man damit nicht einmal die Kosten für die Schafschur aufbringen kann. Es geht um das Lammfleisch“, erläutert Andreas Schock. Die Vermarktung läuft über die Bio Park GmbH Malchin.
Von dort bezieht der Wustrower Bio Hof die Ferkel, die zu Mastschweinen herangezogen werden. Es sind immerhin 500 Tiere, die auf dem Bio Hof gemästet werden. Munter tummeln sich die Tiere im großen Auslauf. „Ohne jetzt sentimental werden zu wollen: Die Schweine werden zur Fleischerzeugung gemästet. Aber in ihrem kurzen Leben sollen sie es gut haben und nicht in Boxen eingezwängt sein“, betont der Bio-Bauer.
Auf dem Terrassendach toben zwei kleine schwarze Katzen herum. Ute Perske sieht ihnen kurz zu und meint: „Das ist keine Spielerei, Katzen müssen sein auf dem Bauernhof. Wir lagern hier Futter, das muss geschützt werden vor Schädlingen.“

 

Quelle: Nordkurier vom 18.09.2008 




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